Mundartrocker
Bestürzung über Tod von Hanery Amman – 25'000 singen «Alperose»

Mit Bestürzung reagierten Fans und Musikerkollegen zum Jahreswechsel auf Ammans Tod.

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Hanery Ammann (mit bürgerlichem Namen Hanspeter Ammann) war einer der grossen Mundartrocker.
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Amman, 1952 in Interlaken geboren, war Mitbegründer der Mundartrock-Band Rumpelstilz. von links: Milan Popovich (Bass), Polo Hofer (Gesang), Hanery Amman (Piano), Schifer Schafer (Gitarre) und Kurt Guedel (Schlagzeug)
Hanery Amman schrieb zu vielen bekannten Mundartsongs wie Teddybär oder Alperose die Musik.
Hanery Ammann (1952-2017)
2007 wurde bei Amman Lungenkrebs diagnostiziert und behandelt. 2013 wurde er erneut operiert. Im September 2017 verschlechterte sich sein Zustand wieder.
Hanery Amman an der Magic Night 2016 auf dem Heitere Zofingen. Magic Night 2016 auf dem Heitere Zofingen: Die Schweizer Musiklegende Hanery Amman eröffnete den Abend.

Hanery Ammann (mit bürgerlichem Namen Hanspeter Ammann) war einer der grossen Mundartrocker.

Keystone/PETER SCHNEIDER

Stephan Eicher wählte als neues Titelbild seiner Facebook-Seite ein Bild des Pianisten und versah es mit den Worten: "U itz chunnts mer vor, s sig ersch geschter gsi." Das Zitat stammt aus dem Rumpelstilz-Song "D' Rosmarie und I".

In Interlaken erinnerten sich am Neujahrstag 25'000 Menschen an Hanery Amman und den ebenfalls 2017 verstorbenen Polo Hofer. Die Besucher des Festivals "Touch The Mountains" ehrten die zwei Musiker mit einer lautstark gesungenen "Alperose".

Kampf gegen Krebs verloren

Mit Hanery Amman hat der Schweizer Mundartrock einen weiteren Gründervater verloren. Amman erlag am Abend vor Silvester 65-jährig einem Krebsleiden. Der Berner Oberländer komponierte unter anderem den Song "Alperose", den Polo Hofer zum Gassenhauer machte.

Die beiden Interlakner prägten die Schweizer Musikszene mehr als vier Jahrzehnte lang. Mit der Band Rumpelstilz erfanden sie in den 1970er-Jahren den Mundartrock. Hits wie "Teddybär" und "Kiosk" machten sie berühmt, aber auch zeitlose Klassiker wie "D' Rosmarie und i", "Die gfallene Ängel" und "Es Blatt im Wind".

Nach der Auflösung von Rumpelstilz komponierte Hanery Amman Filmmusik und veröffentlichte zwei Solo-Alben. "Burning Fire" aus dem Jahr 1980 ist längst vergriffen, Songs aus "Solitaire" von 2000 werden bis heute regelmässig im Radio gespielt.

Amman veröffentlichte nur einen Bruchteil seiner Kompositionen. Auch der Song "Kentucky Rose" wäre vielleicht nie publiziert worden, hätte nicht Polo Hofer heimlich die "Alperose" aus ihm gemacht.

Dass Ammans Output nicht grösser war, hat verschiedene Gründe. Zum einen war er ein Perfektionist, der schier endlos an seinen Songs feilte. Zum anderen plagten ihn immer wieder gesundheitliche Probleme.

Ab Mitte der 1980er-Jahre litt er an einem permanenten Rauschen auf einem Ohr. Der Tinnitus war die Folge eines Ärztefehlers. 2007 wurde bei Amman Lungenkrebs diagnostiziert, später mussten ihm die Ärzte den ganzen rechten Lungenflügel entfernen.

Amman machte unbeirrt weiter. Er arbeitete bis zuletzt an einem Instrumentalalbum und gab viele Konzerte. Den letzten öffentlichen Auftritt hatte er Anfang September 2017 am "Race for Life" in Bern - einem Benefiz-Konzert von Schweizer Krebsorganisationen.

Prominente Verstorbene im 2017:

Sie haben uns 2017 verlassen 2. Januar: Der britische Autor und Kulturkritiker John Berger verstarb kurz nach seinem 90. Geburtstag.
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27. Januar Schauspieler John Hurt stirbt an Krebs. Er wurde 77 Jahre alt.
12. Februar: US-Jazz-Sänger Al Jarreau stirbt im Alter von 76 Jahren.
18. März: Rock-’n’-Roll-Pionier Chuck Berry stirbt im Alter von 90 Jahren.
28. März: Die Schauspielerin Christine Kaufmann stirbt mit 72 Jahren.
15. April: Der bekannte Fernseh-Moderator Kurt Zurfluh stirbt an Herzversagen.
22. April: Michele Scarponi, Sieger des Giro d'Italia 2011, kommt ums Leben, als ihn bei einer Trainingsfahrt der Fahrer eines Kleinlasters übersieht. Scarponi wurde 37 Jahre alt.
26. April: Regisseur Jonathan Demme ("Das Schweigen der Lämmer") stirbt mit 73 Jahren an Krebs.
30. April: Der Schweizer Extrembergsteiger Ueli Steck stürzt an Nuptse im Himalaya mit 40 Jahren in den Tod.
9. Mai: Der in der Schweiz geborene House-DJ Robert Miles stirbt an Krebs.
17. Mai: Der US-Motorrad-Rennfahrer Nicky Hayden (35) erliegt nach einem Velounfall seinen Verletzungen.
18. Mai: Soundgarden-Sänger Chris Cornell nimmt sich mit 52 Jahren das Leben.
23. Mai: Roger Moore (hier als James Bond in "Octopussy") stirbt 89-jährig an Krebs.
16. Juni: Helmut Kohl stirbt im Alter von 87 Jahren. Er war von 1982 bis 1998 deutscher Bundeskanzler.
22. Juni: Der deutsche Countrymusiker Gunter Gabriel stirbt mit 75 Jahren nach einem Sturz.
30. Juni: Die französische Politikerin, Feministin und Holocaust-Überlebende Simone Veil stirbt in Paris.
20. Juli: "Linkin Park"-Frontmann Chester Bennington (41) begeht Suizid.
22. Juli: Der Schweizer Mundart-Rocker Polo Hofer stirbt mit 72 Jahren an Krebs.
9. August: Der Zürcher Verleger Egon Ammann stirbt in Berlin.
17. August: Der Schweizer Mime René Quellet - hier 2003 mit Franz Hohler an einer Gala im Zürcher Volkshaus - verstirbt 86-jährig.
20. August: Der US-Komiker Jerry Lewis stirbt mit 91 Jahren.
27. September: "Playboy"-Gründer Hugh Hefner stirbt 91-jährig.
2. Oktober: Tom Petty, Frontmann seiner Band "Tom Petty and the Heartbreakers", stirbt mit 66 Jahren.
13. November: Der französische Skirennfahrer David Poisson stirbt, als er bei einem Trainingsunfall in Kanada gegen einen Baum prallt.
18. November: Malcolm Young, Mitgründer der legendären Rock'n'Roll-Band AC/DC stirbt im Alter von 64 Jahren.
18. November: Friedel Rausch ist nach vielen gesundheitlichen Problemen im Alter von 77 Jahren verstorben. Rausch führte den FC Luzern 1989 zum einzigen Meistertitel der Klubgeschichte.
19. November: Die ehemalige Weltklasse-Tennisspielerin Jana Novotna verliert den Kampf gegen den Eierstockkrebs mit 49 Jahren. Sie gewann 17 Grand-Slam-Titel (1 Einzel, 12 Doppel, davon 3 mit Martina Hingis, 4 Mixed).
19. November: Über seinen Tod dürfte kaum jemand traurig sein: Serienmörder und Guru Charles Manson stirbt im Gefängnis.
6. Dezember: Frankreichs grösster Rockstar Johnny Hallyday, der Elvis der Franzosen, stirbt mit 74 Jahren an Lungenkrebs.
Hanery Amman in seiner legendären Konzertbeiz im Jahr 2015, Goldener Anker. Hier an seinem Flügel.

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KEYSTONE/EPA/J.C.HIDALGO