Comedy im KKL: Lachen am laufenden Kaya

Kaya Yanar sprintet durch seine zahlreichen Gags. Zweimal performt der türkischstämmige Multikulti-Komiker seine Witze im KKL vor ausverkauftem Luzernersaal. Das Publikum frisst sie ihm förmlich aus der Hand.

Susanne Holz
Drucken
Teilen
Kaya Yanar mit typischer Mimik beim KKL-Auftritt am Freitag. (Bild: Nadia Schärli, 22. März 2019)

Kaya Yanar mit typischer Mimik beim KKL-Auftritt am Freitag. (Bild: Nadia Schärli, 22. März 2019)

Atemlos ... durch den Abend. Nein, nicht Helene Fischer hatte Freitag einen grossen Auftritt vor ausverkauftem Luzernersaal, sondern Kaya Yanar, deutscher Comedian, Wahlzürcher, Multikulti-Botschafter lustigsten Ranges. Nach einem rasanten Intro, das sogleich den Takt für die kommenden zweieinhalb Stunden vorgibt, begrüsst der 45-Jährige sein Publikum um 20.15 Uhr mit einem fast schon finalen «Herzlich willkommen!».

Gekommen sind Alt und Jung, Mann und Frau, Dick und Dünn, Kind und Senior – die mit den rosa Shirts, auf denen in weissen Lettern «Hope» steht, ebenso wie jene in den schicken schwarzen Netzstrumpfhosen. Kurz und gut alle die, die in friedlicher Stimmung mal wieder zwei Stunden lachen möchten. Der Comedian weiss und schätzt das und legt sich ordentlich ins Zeug, noch bevor er einen Fuss auf die Bühne gesetzt hat.

Rasant präsent – mit Gestik, Mimik und Tempo

Aus dem Off ist er zu hören, im Clinch mit seinen Technikern, weil bereits alles schiefzugehen droht. Das Licht geht aus – Kaya: «Das ist doch kein Hörspiel ...» Und so weiter. Und dann steht er plötzlich da, frisch und frech und lässig, ein rasender Gag auf zwei Beinen. Und weil der türkischstämmige Deutsche, berühmt geworden im Fernsehen mit der Sat.1-Comedysendung «Was guckst du?!», so rasant präsent ist auf der Bühne mit seiner Gestik, seiner Mimik und seinem hohen Sprechtempo, reicht als Bühnenbild eine riesige Stoffleinwand. Darauf durchbricht ein Riesen-Muskel-Kaya eine Wand mit weissen Ziegeln, und dieser Kaya sieht aus wie der grüne Hulk aus dem Marvel-Universum. «Ausrasten für Anfänger» heisst das aktuelle Programm. Wobei der Comedian es mit dem Ausrasten nicht sonderlich übertreibt, sein Publikum aber dennoch dauerhaft zum Lachen bringt. Kaya-Yanar-Fans kennen natürlich schon einige der Gags, aber manches ist doch neu. Zumindest die Witze über das gleichzeitig und nebenan im Konzertsaal des KKL stattfindende klassische Konzert sind es: «Hat jemand den Saal verwechselt? Und dachte, der Typ würde singen ...»

Die Augen rollt er wie ein Orchester auf Droge

Gesang steht hier nicht zur Debatte, dafür rollt der Comedian seine Augen nach links und rechts wie ein Orchester auf Droge, er grimassiert wie eine Kuh und stolziert mit spitzen Füssen so elegant übers Parkett wie Herb Overkill, allen Kindern und Eltern wohl bekannt als der Bösewicht aus den «Minions». Droht ein Gag mal zu misslingen, was selten der Fall ist, macht Yanar das durch Tempo und Sympathiewerte wett.

Das Publikum frisst ihm seine Gags aus der Hand: Die über die Frauen im Bad, die einen Meisterbrief im Upgraden haben: «Hammer!» Als auch die über die Schweizer, die so schwer aus der Ruhe zu bringen sind. Sagt der Schweizer, der seine Frau beim Ehebruch auf frischer Tat erwischt: «Sapperlott, Regula.» Sapperlott, Kaya, Du hast den Saal echt zum Lachen gebracht.

Aktuelle Nachrichten