Jazz
Himmlisch! Brandee Younger am Engelsinstrument

Die 38-jährige amerikanische Harfenistin führt auf ihrem Album «Somewhere Different» das Erbe von Dorothy Ashby und Alice Coltrane weiter.

Stefan Künzli
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Die Harfenistin Brandee Younger führt die Harfe ins Heute.

Die Harfenistin Brandee Younger führt die Harfe ins Heute.

Erin Patrice O'Brien

Die Harfe und der Jazz stammen aus zwei verschiedenen musikalischen Universen. Und doch haben zwei amerikanische Harfenistinnen in der Vergangenheit bewiesen, dass das Engelsinstrument im Jazz kein Fremdkörper sein muss. Die eine ist Dorothy Ashby (1932 - 1986), die die Harfe im modernen Jazz eingeführt und mit ihrem rhythmischen Spiel auch Andreas Vollenweider stark beeinflusst hat. Die andere ist Alice Coltrane. Die 2007 verstorbene Witwe des Saxofonisten John Coltrane, die auch Klavier spielte, erlebt eine Art Revival. Eben sind unveröffentlichte Aufnahmen mit man­trischen Gesängen von ihr erschienen. Weit interessanter ist aber ihr Beitrag als Harfenistin und Vertreterin des sogenannten Spiritual Jazz. Auf die Göttin des Spiritual Jazz, die ihre Harfentöne netzartig über die atmosphärische Musik legte, beziehen sich heute viele Musikerinnen und Musiker des jungen Londoner Jazz. Aber auch die 38-jährige US-Harfenistin Brandee Younger. Sie führt das Erbe von Dorothy Ashby und Alice Coltrane weiter, erneuert und aktualisiert es auf ihrem neuen Album «Some­where Different» auf himmlische Art und Weise. Mit Gaststar Ron Carter am Bass würdigt sie die Jazztradition, mit der Vokalistin Tarriona «Tank» Ball von Tank und den Bangas zeigt sie ihre zeitgenössische Seite. Mit Anklängen an R ’n’ B und Hip-Hop überschreitet sie Grenzen und erweitert das Harfen-Vokabular.

Brandee Younger: Somewhere Different (Impulse).
Alice Coltrane: Kirtan: Turiya Sings (Impulse).

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