Im Kino
Iron Man, Hulk & Co. haben nichts mehr zu melden. Die neuen Superhelden sind weiblich

Als «Black Widow» stand Scarlett Johansson bis jetzt im Schatten männlicher Superhelden. Jetzt erhält sie den ersten eigenständigen Film.

Barbara Munker
Drucken
Scarlett Johansson Black Widow

Scarlett Johansson Black Widow

Warner Bros / Aargauer Zeitung

Einen Solo-Auftritt als «Black Widow» hat sich Scarlett Johansson (36) redlich verdient. In der als Schwarze Witwe bekannten Rolle der Spionin Natasha Romanoff begab sich der Hollywood-Star erstmals 2010 in «Iron Man 2» in Gefahr. Weitere sieben Mal kämpfte sie dann mit Fäusten und Waffen in Marvels’s «Avengers»-Riege gegen Bösewichte, an der Seite von männlichen Superhelden wie Iron Man, Spider-Man, Captain America und Hulk. Zuletzt riskierte sie in dem Blockbuster «Avengers: Endgame» (2019) Hals und Kragen - «Black Widow»-Fans kennen ihr tragisches Schicksal.

Nach so vielen Einsätzen nun die verdiente Belohnung: mit «Black Widow» widmet das Marvel-Universum seiner taffen, rothaarigen Kämpferin den ersten eigenständigen Film. Hulk & Co. haben diesmal nichts zu sagen. Frauenpower auch hinter der Kamera: Die Australierin Cate Shortland setzte sich gegen die männliche Konkurrenz durch. Sie erzählt die Vorgeschichte der mysteriösen, russischen ehemaligen KGB-Agentin.

Wie sah ihre Kindheit aus? Wer bildete sie zu der knallharten Nahkämpferin aus? Warum wurde sie abtrünnig und lief zu den Avengers über? Sie wolle nicht mehr vor ihrer Vergangenheit fliehen. «Wir müssen dahin, wo alles angefangen hat», so beschreibt Romanoff ihre Mission, einem Bösewicht namens Dreykov das Handwerk zu legen.

Neuentdeckung Florence Pugh

Diese Aufgabe führt im Film durch Jahrzehnte und quer durch die Welt ins ungarische Budapest in einen sowjetischen Gulag. Natürlich schlägt die Agentin mit aller Wucht zu. Das alte Trauma sollte ja nicht zu schwer auf der Heldin lasten, stellte Shortland klar. Der Thriller sollte «Spass machen und richtig aufregend sein».

Das ist der Australierin mit viel Humor und einer perfekt gewählten neuen Mitspielerin bestens gelungen. Die britische Neuentdeckung Florence Pugh (25, «Little Women», «Midsommar») stiehlt Johansson fast die Show. In ihrem ersten Marvel-Abenteuer spielt sie gänzlich routiniert die Rolle der Agentin Yelena Belova.

Starke Frauen sind im Marvel Cinematic Universe immer noch die Ausnahme. «Black Widow», mit raffinierter weiblicher Handschrift, toller Besetzung und spektakulärer Action, dürfte nun viele Fans anlocken. Eigentlich sollte der Solo-Auftritt der Schwarzen Witwe schon im vorigen Jahr in die Kinos kommen, doch die Corona-Pandemie zwang zum Aufschub. Für «Black Widow 2» stehen die Chancen aber schlecht. Kurz vor dem US-Kinostart sagte Johansson, dass dies ein «bittersüsser» Abschied von ihrer Agentinnen-Rolle sei.

Sie sei sehr stolz auf diesen Film, aber sie wolle auf dem Höhepunkt den Schlussstrich ziehen. Mit Florence Pugh als Spionin Yelena Belova steht eine würdige Nachfolgerin in den Startlöchern.

Black Widow (USA) ab Do in den Kinos.

Aktuelle Nachrichten