Pop

Frank Powers’ Album «Juheminee» ist so vielschichtig wie das Leben

Ein Troubadour mit vielen Facetten: Dino Brandão alias Frank Powers.

Ein Troubadour mit vielen Facetten: Dino Brandão alias Frank Powers.

Juhui und Ojeminee ergibt zusammen «Juheminee», dachte sich Frank Powers, und der Name fürs Album war gefunden. Der Brugger Musiker wurde 2015 als «The Voice of Baden» in der Region bekannt, weil er in der dortigen Bahnhofunterführung gitarrespielend und singend die Gemüter erhellt hat. Mittlerweile hat Frank Powers, mit bürgerlichem Namen Dino Brandão, schon sein drittes Album aufgenommen. Auf «Juheminee» werden verschiedenste Stimmungen und Stile vereint: Mal klingt es nach Pop und Rock, dann wieder mehr nach französischer Hafenstadt und Folk.

«Juheminee» ist Frank Powers’ drittes Album und das erste, welches im Studio produziert wurde. «Es war alles ein Experiment», sagt Songwriter und Produzent Dino Brandão. «Vier Lieder habe ich selbst aufgenommen und gemischt, für den Rest haben wir ein professionelles Studio in Schaffhausen gemietet.» Die Palette reicht von einfachen akustischen Kompositionen bis zur komplex arrangierten Ballade. Die Kenntnisse hierfür hat Brandão sich in den ersten zwei Semestern des Studiengangs Jazz und Pop an der Zürcher Hochschule der Künste angeeignet. «Ich habe richtig Blut geleckt an der Produktion», so Brandão. «Nachdem uns die Software dafür gezeigt wurde, habe ich nur noch aufgenommen.» Das Singen und Gitarrespielen hat er sich aber selbst beigebracht. «Ich komme sonst eher aus der autodidaktischen Ecke», sagt er von sich. Für sein Selbstbewusstsein als Künstler ist die Zeit an der ZHDK jedoch wichtig gewesen, da er durch die erlernte Fachsprache seine Ideen den anderen Bandmitgliedern besser mitteilen kann.

Vor drei Jahren hat Brandão alle anderen Bandprojekte aufgegeben, um sich voll auf Frank Powers zu konzentrieren. So ist es auch gekommen, dass ihn viele Leute für Frank Powers halten, obwohl es eigentlich der Bandname ist. Der entstand vor rund zehn Jahren, als Brandão mit Bandkollege Pascal Ammann, dem Schlagzeuger und Bassisten der Band, bei einem Musikprojekt mitmachte. Aus dieser Zusammenarbeit ist nebst der Band auch eine innige Freundschaft entstanden. «Wir sind wie Narziss und Goldmund: Ich bin eher der Freigeist und er ist der Disziplinierte.» Mit diesen Eigenschaften ergänzen sich die beiden optimal und lernen voneinander.

Neue Herausforderungen

Als Autodidakt hat Brandão sich lange mit der Frage herumgeschlagen, ab welchem Zeitpunkt man sich Künstler nennt, ohne sich dabei als Hochstapler zu fühlen. Nun, da er sich als Frontmann von Frank Powers hat etablieren können und seine ganze Zeit dem Künstlersein widmen kann, ist er angekommen. «Ich fühle mich wohl in den Schuhen, die ich anhabe.» Was aber nicht heisst, dass er sich mit dem bisher Erreichten zufriedengibt. Brandão, der seit seiner Kindheit Instrumente sammelt, ist immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen. «Im Moment lerne ich gerade, Flügelhorn zu spielen!» Als Teil der Sophie Hunger Band war er die letzten Monate in Deutschland auf Tour, und weil der Flügelhornspieler nicht an allen Konzerten dabei sein kann, wird Brandão möglicherweise einspringen. Auch als Band will sich Frank Powers weiterentwickeln «Wir haben herausgefunden, worin wir gut sind, nun suchen wir etwas Neues.» Inspiriert von der Djembésammlung bei Brandãos Vater zuhause wollen die Jungs von Frank Powers sich als Nächstes aufs Trommelspiel fokussieren. Man kann sich also auf perkussionslastigere Projekte freuen.

Frank Powers: «Juheminee». Salzhaus, Brugg, Sa, 30. März.

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