Filmauszeichnung
Seltene Ehre für eine Frau: «Nomadland» von Chloé Zhao gewinnt bei den Golden Globes

Zu den Gewinnern der 78. Verleihung gehören «Nomadland» und «Borat Subsequent Moviefilm». Der Hauptpreis geht erst zum zweiten Mal überhaupt an eine Frau.

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Der Siegerfilm: «Nomadland» mit Frances McDormand in der Hauptrolle.

Der Siegerfilm: «Nomadland» mit Frances McDormand in der Hauptrolle.

Bild: AP

(dpa) Das Road-Movie «Nomadland» von Regisseurin Chloé Zhao hat den Golden Globe als bestes Filmdrama gewonnen. Das gab der Verband der Auslandspresse in der Nacht zum Montag bekannt. Zhao holte für den Film auch die Regie-Trophäe, erst als zweite Frau in der Geschichte der 1944 erstmals vergebenen Auszeichnung.

Chloé Zhao.

Chloé Zhao.

Bild: Taylor Jewell / AP

Sie erzählt in dem auf einem Sachbuch basierenden Film die Geschichte einer 60-Jährigen, die sich nach dem Tod ihres Mannes mit prekären Jobs über Wasser hält und als moderne Nomadin im Wohnwagen durch die USA zieht.

In der Komödien-Sparte siegte die bissige Gesellschaftssatire «Borat Subsequent Moviefilm» (dt.: Borat Anschluss Moviefilm) mit dem britischen Komiker Sacha Baron Cohen, der auch den Globe als bester Hauptdarsteller in einer Komödie erhielt. Wie schon 2006 war der Brite durch die USA gereist, kam mit Menschen ins Gespräch und verwickelte sie in mitunter komische oder auch entlarvende Situationen. Sein erster «Borat»-Auftritt hatte ihm ebenfalls die Trophäe eingebracht.

Sacha Baron Cohen in «Borat Subsequent Moviefilm».

Sacha Baron Cohen in «Borat Subsequent Moviefilm».

Bild: AP

«The Queen's Gambit» und «The Crown» als ausgezeichnete Serien

In den Serien- und Fernsehfilm-Kategorien war die britische Königshaus-Serie «The Crown» mit vier Preisen der grosse Abräumer des Abends. Auszeichnungen gab es als beste Dramaserie, für Josh O’Connor als Prinz Charles in der besten männlichen Drama-TV-Rolle, für Emma Corrin als Prinzessin Diana in der gleichen weiblichen Kategorie und für Gillian Anderson, die Margaret Thatcher verkörperte und dafür den Globe für die beste TV-Nebenrolle gewann.

Die Gewinner in den wichtigsten Film-Kategorien:

Bestes Filmdrama - «Nomadland»

Beste Komödie/Musical - «Borat Subsequent Moviefilm»

Beste Regie - Chloé Zhao («Nomadland»)

Bester Schauspieler Filmdrama - Chadwick Boseman («Ma Rainey’s Black Bottom»)

Beste Schauspielerin Filmdrama - Andra Day («The United States vs. Billie Holiday»)

Bester Schauspieler Komödie/Musical - Sacha Baron Cohen («Borat Subsequent Moviefilm»)

Beste Schauspielerin Komödie/Musical - Rosamund Pike («I Care a Lot»)

Bester Nebendarsteller - Daniel Kaluuya («Judas and the Black Messiah»)

Beste Nebendarstellerin - Jodie Foster («The Mauritanian»)

Bester nicht-englischsprachiger Film - «Minari» (USA) (dpa)

Die Serie läuft beim Streaminganbieter Netflix, einem der grossen Gewinner der Verleihung. Mit «The Queen's Gambit» hat der Dienst auch die beste Miniserie des Jahres im Angebot. Anya Taylor-Joy spielt darin ein Schachgenie und gewann dafür den Preis als beste Hauptdarstellerin in einer Miniserie.

In der Kategorie «Bester nicht-englischsprachiger Film» gewann das Familiendrama «Minari» von US-Regisseur Lee Isaac Chung, der darin seine eigenen Erfahrungen als Kind südkoreanischer Einwanderer im ländlichen US-Staat Arkansas einbringt. Mit «Minari», hauptsächlich in koreanischer Sprache gedreht, waren unter anderem Filme aus Italien, Frankreich und Dänemark im Rennen.

Virtuelle Show auf getrennten Bühnen

Wegen der Corona-Pandemie lief die Gala diesmal weitgehend virtuell ab, die Nominierten wurden von Standorten in aller Welt zugeschaltet. Die Komikerinnen Tina Fey und Amy Poehler moderierten die Zeremonie von getrennten Bühnen in Kalifornien und New York aus.

Die Golden Globes wurden in Beverly Hills und New York zum 78. Mal vergeben. Über die Auszeichnungen des Verbands der Auslandspresse (HFPA) in 25 Film- und Fernsehkategorien entscheiden nur knapp 90 internationale Journalisten, die seit langem in Hollywood arbeiten.

In diesem Jahr hatte es für die intransparenten Mitgliedschaftskriterien Kritik an dem Verband gegeben. Ausserdem seien die Juroren ausschliesslich weiss, hatte die «Los Angeles Times» im Vorfeld berichtet. Während der Verleihung versprachen mehrere Mitglieder der HFPA, dass künftig auch Schwarze aufgenommen würden. Bei den Oscars stimmen mehr als 9000 Filmschaffende ab. Die Academy Awards sollen am 25. April vergeben werden.