Kampusch

Vater von Natascha Kampusch erhebt schwere Vorwürfe gegen eigene Tochter

Natascha Kampusch an der Première von "3096 Tage" in Wien

Natascha Kampusch an der Première von "3096 Tage" in Wien

In dieser Woche startet der Film «3096 Tage» in den Kinos, der die Entführungsgeschichte von Natascha Kampusch erzählt. Nun macht auch ihr Vater mit einem Buch Schlagzeilen, in dem er seine Version der Geschichte erzählt. Die Frau ist fassungslos.

Das österreichische Entführungsopfer Natascha Kampusch ist über ein Buch ihres Vaters entsetzt. «Ich bin erschüttert», sagte gestern die 25-Jährige sichtlich schockiert gegenüber deutschen Medien.

Ihr Vater Ludwig Koch erhebt in dem Buch «Vermisst. Die Suche des Vaters nach Natascha Kampusch», das er mit dem britischen Autor Allan Hall geschrieben hat, Vorwürfe gegen seine Tochter.

Autor Hall verteidigt Natascha Kampuschs Vater: «Es soll eine Analyse des Falls sein. Es ist Ludwigs Geschichte. Er glaubt, dass Natascha noch nicht wirklich bewältigt hat, was in diesem Haus geschehen ist», sagt er gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Das Buch des Vaters soll in rund zwei Wochen als eBook erscheinen.

Ludwig Koch, der Vater von Natascha Kampusch, erhebt schwere Vorwürfe gegen seine Tochter

Ludwig Koch, der Vater von Natascha Kampusch, erhebt schwere Vorwürfe gegen seine Tochter

Kampusch wusste nichts vom Buch ihres Vaters

Vater Koch soll laut Medienberichten unter anderem anzweifeln, dass sie wirklich jahrelang in einem Kellerverlies leben musste.

Kampusch, die den beklemmenden Film «3096 Tage» vorstellte, der auf ihrem Buch über ihre Entführung beruht: «Ich werde nachdenken müssen und Spaziergänge machen müssen.» Sie habe nichts von dem Buch gewusst. «Ich bin sprachlos.»

Das Verhältnis zwischen Kampusch und ihren Eltern gilt seit langem als schwierig und äusserst angespannt.

Kampusch wurde als Zehnjährige gekidnappt und war jahrelang in der Gewalt ihres Peinigers Wolfgang Priklopil. Im August 2006, im Alter von 18 Jahren, gelang ihr die Flucht, die sie «Selbstbefreiung» nennt. Priklopil warf sich daraufhin vor einen Zug. Der Film, an dem Kampusch mitgearbeitet hat, habe viel wieder aufgewühlt. Kampusch: «Es hat mich sehr belastet.» (sha)

Das Buch-Cover: «Vermisst. Die Suche des Vaters nach Natascha Kampusch»

Das Buch-Cover: «Vermisst. Die Suche des Vaters nach Natascha Kampusch»

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