Eurovision Song Contest
Stimmenkauf: Wurde beim Eurovision Song Contest betrogen?

Im Internet ist ein Video aufgetaucht, das den Kauf von Anruferstimmen für den Beitrag von Aserbaidschan beim Eurovision Song Contest in Malmö zeigen soll. Die Aufnahmen sollen angeblich mit versteckter Kamera gemacht worden sein.

msk
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Farid Mammadov klassierte sich beim Eurovision Song Contest für Asarbeidschan auf dem 2. Rang.

Farid Mammadov klassierte sich beim Eurovision Song Contest für Asarbeidschan auf dem 2. Rang.

Keystone

Das Video stammt von der litauischen Gratiszeitung «15minutes.lt» und wurde am Dienstag von der Webseite «12points.tv» verlinkt, berichtet der Branchendienst «Meedia». DasTranskript des Videos ist auf «12points.tv» zu lesen.

Zu sehen ist eine Gruppe von Personen, die von einem Nebentisch aus versteckt gefilmt wird. Die Szene soll sich in einem Einkaufszentrum in der litauischen Hauptstadt Vilnius abgespielt haben. Die Personen besprechen darin einen Stimmen-Kauf für den aserbaidschanischen Titel «Hold me» von Farid Mammadov. Einer der Leute am Tisch, genannt «Sergei», erläutert, wie die Stimmen gesammelt werden.

Demnach würden Gruppen von bis zu zehn Personen gebildet, die Handys und SIM-Karten erhielten. Angeblich sollte jede dieser Gruppen insgesamt 200 Euro erhalten. Während der Anrufe würde in jeder Gruppe einer von «Sergeis» Männern die Anrufe überwachen und am Ende die Bezahlung vornehmen. Solche Gruppen sollen in 15 Ländern unterwegs sein.

Tatsächlich bekam Aserbaidschan aus Litauen am Samstag zwölf Punkte. Futter für Verschwörungstheorien rund um den ESC ist das Video allemal. Es ist kein Geheimnis, dass vor allem westeuropäische Staaten Jahr für Jahr davon überzeugt sind, dass osteuropäische Länder sich gegenseitig Stimmen zuschieben.