«Giacobbo/Müller»
Mike Müller über seine Zukunft: «Ich brauche den Kick der Demütigung»

Viktor Giacobbo und Mike Müller sind bissig, witzig und unterhaltend. Im «Talk Täglich» drehen sie auf witzeln über Jetsetterin Vera Dillier, sagen, was sie mit Toni Brunner verbindet und welche Folgen die offenbar nahende Diktatur der Schweiz auf sie hat.

Jürg Krebs
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Das Ende ist verkündet: Viktor Giacobbo und Mike Müller stellen ihre Satiresendung «Giacobbo/Müller» Ende Jahr ein. «Man muss aufhören, wenns am Schönesten ist», liessen sie verlauten. Seit 2008 gehören sie zum festen Sonntagabendprogramm auf SRF. Mit ihrer Politsatire waren sie beim Publikum so beliebt wie von Politikern gefürchtet.

Im äusserst unterhaltenden «Talk Täglich» bei Markus Gilli auf «TeleZüri» bewiesen die beiden, warum sie zu den besten Satirikern der Schweiz gehören – nahende Ende hin oder her.

«Ich bin doch nicht dick!»

Jet-Setterin Vera Dillier, die in «Giacobbo/Müller» öfters ihr Fett wegbekam, liess über den «Blick» verlauten: «Ich bin froh, dass Dick und Doof weg sind». In die Sendung will sie trotzdem. Ob sie eine Einladung bekommte, fragt Markus Gilli. Giacobbos bissige Antwort: «Wir spielen sie lieber. Das kommt günstiger.» Und Mike Müller zeigt sich verwirrt: «Ich bin doch nicht dick!», was zu einer kurzen Diskussion über die Leibesfülle führt.

Markus Gilli will wissen: Wie gehts den nach der so erfolgreichen Sendung weiter? Mike Müllers Antwort wird Fans erfreuen. Es gebe eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Viktor Giacobbo über das Sendungsende hinaus - auf der Bühne: «Ich brauche den Kick der Demütigung.»

Und dann liefert Viktor Giacobbo einen Primeur: «Am nächsten Sonntag wird der abtretende SVP-Präsident Toni Brunner in der Sendung auftreten.» «Giacobbo/Müller» wurde in dem Jahr gestartet, als Brunner Präsident wurde - 2008. Nun würden sie eben auch zusammen wieder aufhören, so Giacobbo.

Hundsmiserables Ende von «Wetten, dass...»

Ernsthaft glaubt Giacobbo, dass die Sendung ein Auslaufformat sei und einer neuen Generation mit neuen Satire-Ansätzen eine Chance erhalten müssten, so etwa «Müslüm» oder Dominic Deville. Mit beiden hat SRF eine Zusammenarbeit angekündet. Müller scherzt, lieber höre man auf, als dass der Abgang so hundsmiserabel sei wie bei «Wetten, dass...».

Auch auf Reaktionen auf die Sendung kommt Markus Gilli zu sprechen. Bundespräsident Johann Schneider-Ammann ist beleidigt, dass er von den Satirikern durch den Kakao gezogen wird. Vielleicht würden sie aufhören, wenn er nicht so reagierte, mutmasst Giacobbo.

Die bissigen Beiträge hatten auch juristische Folgen, laut Müller gab es aber kein Verfahren und keine Klage mit Erfolg. Es sei für den Erfolg enorm wichtig gewesen, dass SRF ihnen volle inhaltliche Freiheit gelassen habe. «Will der Sender Satire, muss er uns lassen machen, das hat er schnell gemerkt», sagt Giacobbo. Das sei Teil der Abmachung gewesen.

Die Diktatur Schweiz und Comedy

Die SVP war immer guter Ideengeber. Die Verkündigung Christoph Blochers, die Schweiz werde zur Diktatur, nehmen sie gerne auf. Und Giacobbo mutmasst, dass die Diktatur dann wohl auch die Comedy-Szene umpflügen werde.

Die Anrufer am Schluss von «Talk Täglich» zeigten sich traurig über das Ende von «Giacobbo/Müller». Ein Fan liess wissen: «Ich weiss nicht, was ich am Sonntagabend noch machen soll.»

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