«Wolkenbruch»
Michael Steiner: «Dieser Stoff wird die Leute ins Kino locken»

Nach seinem Flop «Das Missen Massaker» gönnte sich Michael Steiner eine Auszeit auf den Philippinen. Dank «Wolkenbruch» strotzt er nun wieder voller Zuversicht.

Georges Wyrsch
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Michael Steiner. Aliocha Merker

Michael Steiner. Aliocha Merker

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Michael Steiner, wir kommen gerade vom Set Ihres neuen Spielfilms. War das jetzt ein ganz normaler Drehtag für Sie?

Michael Steiner: Es war schon ziemlich hart heute – wir waren mitten in der Stadt mit einer Steadycam auf einem Elektromobil unterwegs, und wegen der Hitze mussten die Schauspieler dauernd neu geschminkt werden, was jedes Mal für eine Unterbrechung sorgte. Zudem hatten wir das Problem mit der Strassenseite – ein ursprünglich geplantes Motiv war deswegen nicht bedienbar.

Ihr letzter Spielfilm «Das Missen Massaker», der 2012 in den Kinos lief, hatte nicht den erhofften Erfolg. Seither sind einige Jahre vergangen. Dürfen wir von einem Comeback sprechen?

So etwas weiss man ja nie so richtig – es kann ja schliesslich auch sein, dass dieser Film dann noch weniger Eintritte machen wird als der letzte. Das waren doch immerhin 17 000 Zuschauer, aber klar, das Wortspiel mit dem Miss-Erfolg lag auf der Hand. Diesmal bin ich aber sehr zuversichtlich: Das Buch von Thomas Meyer liegt mir sehr nahe, und mein Bauchgefühl sagt mir, dass dieser Stoff die Leute ins Kino locken wird. Der Markt hat sich allerdings verändert – damit ein Film an der Kasse funktioniert, muss er die Leute sofort in den Bann ziehen. Einen Erfolg kann niemand mehr garantieren.

Sie waren auch schon wegen Finanzierungsschwierigkeiten in den Schlagzeilen. Ist dieses Projekt nun der Versuch, wieder als ein talentierter Regisseur wahrgenommen zu werden – statt als glückloser Geschäftsmann?

Nein, überhaupt nicht. Die damaligen finanziellen Probleme hatten ja streng genommen nichts mit meiner Arbeit als Regisseur zu tun. Die Ursachen waren produktionstechnischer Natur, die auf andere Ursachen zurückzuführen waren. Ich war nicht der Produzent von «Sennentuntschi». Es stimmt auch nicht, dass «meine» Firma in Konkurs ging – ich besass daran lediglich einen Anteil von 21 Prozent.

Was hat Sie nun an einer Verfilmung von Thomas Meyers Erfolgsroman «Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse» gereizt?

Das Schöne an diesem Buch ist, dass es einen Einblick gibt in die orthodox-jüdische Welt, die wir zwar hier in Zürich sehen, die uns aber nicht vertraut ist. Es ist die Coming-of-Age-Geschichte eines jungen Mannes, der aus seinem Umfeld ausbricht und die Welt entdeckt – also im Endeffekt ein ökumenisches Buch. Zudem wird der Film auch eine schöne Love-Story haben, und er ist – auch das ist mir sehr wichtig – eine Komödie.

Im Jahr 2013 hatten Sie noch verkündet, an einem Banken-Drama zu arbeiten. Ist daraus nichts geworden?

Für das Drama haben die Banker ja dann bekanntlich gleich selbst gesorgt. (lacht)

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