Kino
Machete-Rodriguez: «Ich wollte ein Chinese sein»

Der «Machete»-Regisseur Robert Rodriguez über seinen neusten Film und warum er sich von «Mad Max»- und Kung-Fu-Filmen inspirieren liess.

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Keystone

In «Machete» gehts brutal und dreckig zu und her. Ein Menschenleben zählt nicht viel. Wie real ist die Szenerie?

Robert Rodriguez: Ich mag Filme, die sich realistisch anfühlen, aber völlig unmöglich sind. So wie die «Mad Max»-Filme mit Mel Gibson: Ein solches Australien gibt es nicht. Mein Mexiko ist ebenfalls reine Fantasie.

Die Szenen in den US-Südstaaten mit Robert De Niro als rassistischem Senator haben einen politischen Subtext: Arizona hat jüngst sein Einwanderungsgesetz verschärft.

Rodriguez: Nun, ich schrieb die ersten Entwürfe zu «Machete» vor 16 Jahren. Das Thema war damals so aktuell wie heute. Leider. Die Regierung sollte dringend etwas unternehmen, bevor es zu Bürgerwehren kommt wie in meinem Film.

Apropos Robert De Niro - wie holten Sie den Star an Bord?

Rodriguez: Ich druckte «Machete»-Filmposter mit dem Schriftzug: «Robert De Niro ist der Senator». Er fand das lustig und war sofort dabei.

Weshalb machten Sie einen Film über einen mexikanischen Schwertschwinger?

Rodriguez: Eine frühe Inspiration waren Kung-Fu-Filme mit Chow Yun-Fat. Ich kam aus dem Kino und wollte Chinese sein. Dann merkte ich, dass dies mit Latinos noch niemand gemacht hatte. Mein Ziel sind Filme, die Zuschauer zum Schreien, Staunen und Lachen bringen. Und die sich erst dann fragen: Moment mal, war da eben ein Mexikaner der Held?

«Machete» gleicht jenen Exploitation-Filmen, wie sie in den Siebzigerjahren en vogue waren.

Rodriguez: Stimmt. Damals hatten kleine Filmstudios abseits von Hollywood weder Geld noch Stars, aber eine Menge verrückter Ideen, um gegen die Grossen anzutreten. Bei «Machete» ist das anders: Wir haben ein Starensemble, tun aber, als seien alles Nobodys. Besonders lustig finde ich den Titeleinblender «Introducing Don Johnson». (Interview: zas)