Interview
Gwyneth Paltrow: «Ich bin jetzt auf der Coolheits-Skala fast spitze»

Gwyneth Paltrow tritt im Film «Iron Man 3» wieder an der Seite des Eisenmannes auf. Im Interview spricht sie über ihre Rolle als Mutter und die Ehe mit «Coldplay»-Frontmann Chris Martin.

Bettina Aust
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Gwyneth Paltrow kehrt in «Iron Man 3» als Assistentin des Superhelden auf die Kinoleinwand zurück. HO

Gwyneth Paltrow kehrt in «Iron Man 3» als Assistentin des Superhelden auf die Kinoleinwand zurück. HO

Eigentlich sind Sie die Assistentin von Iron Man, aber im Zuge der Emanzipation durften Sie im dritten Teil nun auch einmal seinen berühmten eisernen Anzug tragen. Wen haben Sie damit am meisten beeindruckt?

Gwyneth Paltrow: (Lacht) Meinen Sohn. Er war an dem Tag am Set, als wir die Szene gedreht haben. Seitdem er seine Mutter in Iron Mans Anzug gesehen hat, bin ich auf seiner Coolheits-Skala fast bis zur Spitze aufgestiegen. Er hat sogar Fotos von mir gemacht und durfte einmal meinen Helm aufsetzen.

Kann Ihr Mann Chris Martin, der Sänger der Band «Coldplay», da überhaupt noch mithalten?

Unsere Kinder lieben die Musik meines Mannes. Für sie ist es zwar irgendwie normal, seine Konzerte zu besuchen. Aber sie machen sich gern nützlich und wollen mithelfen, wie kleine Roadies. Und deswegen sind sie auch so gern bei seinen Auftritten dabei, denn in den Pausen bringen sie ihrem Vater eine Tasse Tee oder legen ihm seine Sachen zurecht. Sie sagen dann immer: «Wir gehen jetzt zur Arbeit.»

Sie drehen wegen Ihrer Kinder nur einen Film pro Jahr. Sind Sie damit wirklich glücklich?

Ich hatte wirklich grosses Glück. Als ich 26 Jahre alt war, hatte ich im Filmgeschäft schon alles erreicht, was man erreichen kann. Mir wurde damals bewusst, dass es grossartig und wundervoll ist, Auszeichnungen zu bekommen und das «Top-Girl» zu sein. Aber dann fragt man sich: Was kommt jetzt? Denn das alles gibt deinem Leben doch keinen Sinn.

Was ist Ihnen bei der Erziehung Ihrer Kinder wichtig?

Ich gebe ihnen keine Ratschläge, dafür sind sie zu klein. Ich glaube, mein Mann und ich schaffen die Bedingungen dafür, dass sie sich selbst sein können. Sie sollen sich für nichts schämen und müssen keine Verurteilung ihres Verhaltens befürchten. Dennoch ist Disziplin natürlich wichtig.

Was ist das Schönste daran, Mutter zu sein?

Das sind viele Dinge. Es macht einfach wahnsinnig viel Freude. Und ich mag die Verantwortung, die ich für meine Kinder habe. Denn ich bin diejenige, die sie auf die Welt vorbereitet. Ich finde es wichtig, dass sie höflich und wortgewandt sind, gutes Benehmen haben und mehr als eine Sprache sprechen. Sie sollten sich auch für Dinge begeistern können. Das versuche ich, ihnen beizubringen. Und es macht mir wirklich Spass.

Apropos Sprachen: Sie selber sprechen ein bisschen Deutsch ...

Meine Mutter spricht fliessend Deutsch, es wurde viel bei uns zu Hause gesprochen. Ich bin damit aufgewachsen. Zumindest verstehe ich ein bisschen und kann ein paar Worte sprechen. Aber mehr nicht.

Geben Sie doch bitte eine Kostprobe.

Ich kann nur so Sachen, die meine Mutter mir früher immer gesagt hat, als ich noch ein Kind war, zum Beispiel: Träume süss. Ich erinnere mich an Worte, die wir als Kinder benutzt haben, eines davon ist Apfelsaft. Ich sollte wirklich Deutsch lernen. Wenn man klein ist und eine fremde Sprache oft hört, dann ist der Grundstein gelegt.

Wie hat sich die neue Rolle als Mutter Ihr berufliches Leben ausgewirkt?

Oft ist es doch so, dass Leute Kinder bekommen und ihr beruflicher Ehrgeiz sie weiter antreibt. Es ist jedoch schwer, das miteinander zu vereinbaren. Mein Herz hängt immer noch am Film, aber ich habe nicht mehr dieses brennende Verlangen, die Nummer 1 zu sein. Trotzdem liebe ich es immer noch, Filme zu machen. Und wenn ich ein Projekt finde, das den Aufwand wert ist, dann freue ich mich darüber.

Nicht nur Sie sind berühmt, Sie haben auch noch einen berühmten Mann geheiratet. Wie gelingt es Ihnen trotzdem, Ihre Privatsphäre zu wahren?

Wir haben unsere Beziehung nie auf dem Tablett präsentiert. Wir gehen auch bei Premieren und anderen Gelegenheiten nicht gemeinsam über den roten Teppich. Würden wir es tun, ständen wir gleich im Mittelpunkt des Interesses. Er nimmt seine Arbeit genauso ernst wie ich. Aber es ist schön, ein Privatleben zu haben. Wir sind keines dieser «Rote-Teppich-Pärchen».

Sie scheinen ein sehr disziplinierter Mensch zu sein. Wann lassen Sie sich denn mal so richtig gehen?

Wir verbringen den ganzen August immer auf Long Island. Auch dann ziehe ich zwar mein Training durch, aber ich gehe alles viel gelassener an, irgendwie europäischer. Ich arbeite dann zwar auch ein bisschen, zum Beispiel mache ich etwas an meiner Website. Aber in dieser Zeit spannen meine Familie und ich so richtig aus.

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