Sorgen und Nöte
Filmschaffende haben in Solothurn nur wenig Kummer

In einer Kummerbox, die die neue Direktorin der Filmtage in Anspielung an ihren Vorgänger im Solothurner Landhaus aufstellen liess, können Schweizer Filmschaffende ihre Sorgen und Nöte deponieren. Doch die Box ist meist leer.

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Kummer soll in Solothurn «seinen festen Platz behalten», versprach die neue Filmtage-Direktorin, Seraina Rohrer, am Eröffnungsabend. Sie meinte damit nicht so sehr ihren Vorgänger, den heutigen Sektionschef Film im Bundesamt für Kultur, Ivo Kummer, sondern den Kummer über den Schweizer Film. «Die Diskussion über Finanzierung und Förderung gehört dazu», so Rohrer. Und zwar in der eigens dafür geschaffenen Kummerbox. Sie ist eine Installation des Solothurner Künstlers Reto Emch. Sie steht seit dem Eröffnungsabend im Landhaus.
Die Kummerbox will Beichtstuhl und Erinnerungsmaschine in einem sein. «Wenn Sie Ivo Kummer mitteilen wollen, wie sehr sie ihn vermissen oder wie toll die Zeit mit ihm war. Wenn sie loswerden wollen, welche Sorgen ihnen der Schweizer Film bereitet oder was Ihnen besonders gefällt - die Kummerbox ist dieses Jahr der Ort dafür», sagte Rohrer.

Kein grosser Kummer

Nach vier Tagen zeigt sich nun: Der Kummer der Filmschaffenden ist offenbar nicht allzu gross. Und an der Arbeit der neuen Direktorin gibt es auch nichts zu kritteln. Auf jeden Fall wurde die Kummerbox bisher so gut wie nicht genutzt. Was der Recorder genau aufgezeichnet hat, wissen die Verantwortlichen zwar nicht. Was sie aber wissen ist, es ist extrem wenig drauf, wie die Medienverantwortliche Ursula Pfander erklärt. Sie glaubt, dass sich das noch ändern könnte. Am Mittwoch, an dem Tag, an dem die Nominationen für den Schweizer Filmpreis «Quarz» bekannt werden, rechnen die Organisatoren jedenfalls mit einem Grossaufmarsch von Filmschaffenden. (rsn)

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