«Star Wars»

Film-Star Daisy Ridley: «Zum Glück werde ich nicht oft erkannt»

Die britische Schauspielerin Daisy Ridley (25) ist als Rey im «Star Wars»-Universum unterwegs.

Die britische Schauspielerin Daisy Ridley (25) ist als Rey im «Star Wars»-Universum unterwegs.

Die Macht ist mit ihr: Die Schauspielerin Daisy Ridley wurde aus einem Meer von Unbekannten für die aktuelle «Star Wars»-Trilogie auserwählt. In «The Last Jedi» sucht sie nun ihren Platz unter den Legenden.

Daisy Ridley lacht gerne, und ihr Lachen erinnert an das von Keira Knightley, aber zeigen kann sie es in ihren derzeitigen Filmen «Star Wars: The Last Jedi» und «Murder on the Orient Express» nicht oft. Mit ihrem zweiten «Star Wars»-Film und nach dem überraschenden Tod von Carrie Fisher nach den Dreharbeiten zu «The Last Jedi» (ein «monumentaler Verlust») spürt die 25-jährige Schauspielerin denn auch eine ernsthafte Verantwortung für die legendäre Filmreihe.

Endlich erfahren wir, was es mit dem «Last Jedi» auf sich hat. Wie schwierig ist es für Sie, die «Star Wars»-Geheimnisse über die zweijährige Produktionszeit für sich zu behalten?

Meine eigenen Geheimnisse kann ich überhaupt nicht gut für mich behalten, aber die von «Star Wars» schon. Ich habe mal in einem Pub gearbeitet, und die Leute haben mir allerlei anvertraut. Mein Kumpel meinte, das sei, weil ich ein so grosses Gesicht habe – es wirke so ehrlich [lacht].

Sie sind mit «The Last Jedi» jetzt zum zweiten Mal als Rey im «Star Wars»-Universum unterwegs. Wie sattelfest fühlen Sie sich inzwischen in der Rolle?

Ich fühlte mich körperlich viel stärker als bei «The Force Awakens», aber auch nervöser: Beim ersten Film hatte ich ja wirklich keine Ahnung. Ich stolperte herum und wurde von J.J. Abrams, Kathleen Kennedy und dem ganzen Team gut behütet. Bei «The Last Jedi» spüre ich nun eine gewisse Verantwortung, dass ich jetzt wirklich wissen sollte, was ich tue – was immer noch nicht wirklich der Fall ist, aber Rians Geschichte ist toll, und sie zu verfilmen hat Spass gemacht.

Was hat Sie am «Last Jedi»-Drehbuch von «Star Wars»-Neuling Rian Jonson am meisten überrascht?

Ich war ziemlich überrascht, dass ich statt mit John Boyega mit Mark Hamill zu tun hatte. Ich hatte mir als Fortsetzung ganz andere Sachen vorgestellt, die nun passieren würden. Aber wir tauchen jetzt tiefer in Reys Geschichte. Sie hat klare Erwartungen an Luke Skywalker. Aber man weiss ja: Seine Helden zu treffen, ist nicht immer so, wie man es sich erhofft.

Bei wem würden Sie persönlich dieses Risiko in Kauf nehmen?

Vermutlich bei Julia Roberts. Ich habe sie immer bewundert und würde sie gerne kennenlernen.

Hat Ihnen Mark Hamill alias Jedi-Legende Luke Skywalker gute Insider-Tipps für das Leben im «Star Wars»-Rampenlicht geben können?

Er ist sehr herzlich und redet gerne viel – und er ist ein super Schauspieler, unglaublich berührend. Ich sehe ihn aber weniger als Mentor, und er hat mir auch nie einen Tipp gegeben, ohne dass ich ihn explizit gefragt hätte. Das war schon mit Harrison Ford im ersten Film so. Klar haben wir auch über das Leben im Allgemeinen geredet, aber letztlich muss ja jeder Mensch seine eigenen Erfahrungen machen.

Sie sind kein Selfie-Fan und haben Instagram aufgegeben. Wie reagieren Sie, wenn Sie nun nach «Star Wars» und «Mord im Orient Express» erkannt werden?

Zum Glück passiert das gar nicht so oft. Ich sehe in den beiden Filmen ja ziemlich unterschiedlich aus. Wenn es doch einmal einen Auflauf gibt, meine ich immer zuerst, es sei ein Unfall passiert, denn ich habe mich noch nicht daran gewöhnt. Aber die Leute sind ja nett, und es ist schön, bei etwas wie «Star Wars» dabei zu sein, das Menschen in dieser sehr polarisierten Zeit verbindet.

Wie sehen Sie in dieser polarisierten Zeit denn die Zukunft? Eher optimistisch oder pessimistisch?

Leider habe ich zurzeit eine etwas zynische Weltsicht, und so kann ich mir die Zukunft gar nicht richtig vorstellen. Entweder leben wir in Hovercrafts über dem steigenden Meeresspiegel oder im Weltraum, keine Ahnung. Ich sehe auch in meinem Leben nicht weit voraus: Aber meine Mutter meinte mehrmals, ich würde eines Tages noch Regisseurin, weil ich Leute gerne herumkommandiere. [lacht]

Sie sind mit drei Schwestern aufgewachsen…

Eigentlich mit zwei, meine Halbschwester lebt in Toronto – sie ist eine Energie-Heilerin, und dank ihr reise ich zur Sicherheit jetzt immer mit zwei Kristallen im Gepäck. Item, wir waren also drei Mädchen und haben uns oft ziemlich heftig gestritten, aber als ich in der Schule einen Aufsatz über Leute schreiben musste, zu denen ich aufschaue, habe ich über meine Schwestern geschrieben. Gestanden habe ich ihnen das erst viel später. Jetzt als Erwachsene ist es natürlich toll: Wir haben eine Whatsapp-Gruppe, und da eine Schwester in England und die andere in Australien lebt und ich in Kanada drehte, war immer eine auf, wenn ich Lust zum Chatten hatte. Ich freue mich riesig, sie alle an Weihnachten zu sehen.

Wie sieht Weihnachten bei Ihnen aus?

Am 22. Dezember komme ich von der «Star Wars»- Premiere in China zurück. Zum Glück habe ich meine Geschenke bereits im Oktober gekauft. Also kein Stress. Das Beste: Meine Schwestern und ich schicken meine Eltern auf eine Reise mit dem Orient Express! Und für die Feiertage habe ich ein Haus gemietet, weil meine Schwester aus Australien kommt und wir sonst nicht alle an einem Ort Platz haben. Zusammensein ist ja das Wichtigste.

Sie jetten um die Welt, drehten neben «The Last Jedi» und «Murder in the Orient Express» auch den Sci-Fi-Thriller «Chaos Walking». Kann es manchmal auch einsam sein, wenn man so gefragt ist?

«Chaos Walking» drehten wir im Nirgendwo in Kanada, und da hätte ich mich schon einsam fühlen können, aber meine Maskenbildnerin Flora wohnte mit mir zusammen. Zuerst war ich etwas skeptisch, denn ich bin ziemlich eigen und habe einen Sauberkeitsfimmel. Aber es ging ganz gut – bis auf das Socken-Debakel. Eines Tages vermisste ich eine Socke und fand sie an ihrem Fuss! Also wenn schon Socken klauen, dann doch gleich beide!

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