In den Augen der Senioren flackert der Bildschirm. Wieso macht der jetzt ... wie ... was ... hm. Es tut beinahe weh, der Senioren-Selbsthilfegruppe zuzuschauen beim Versuch, den Computer in den Griff zu bekommen. «Digital Immigrants» ist ein stiller Dokumentarfilm, der eigentlich nicht anderes tut, als zwei Zeiträume gegenzuschneiden.

Jene aus den unschuldigen Zeiten, als der PC im Jahr 1984 den Siegeszug antrat – und das SRF sich der Frage widmete, wie er unser Leben verändern wird. Die anderen aus dem Jetzt: Seniorinnen und Senioren des Vereins Computeria, die den Umgang mit der modernen Technologie erlernen wollen.

Der mit dem Publikumspreis der Internationalen Kurzfilmtage Winterthur ausgezeichnete Dok-Film der beiden ZHdK-Absolventen Dennis Stauffer und Norbert Kottmann ist äusserst minimalistisch gehalten. Kein erklärender Sprecher. Nur Originalaufnahmen und Archivmaterial. «Digital Immigrants» zeigt, wie die Digitalisierung ihren Anfang nahm.

Und er zeigt mehr als dreissig Jahre später jene, die die Digitalisierung zurückgelassen hat. Durchaus auf humorvolle Art und Weise. Für Schadenfreude ist allerdings wenig Platz. Denn unweigerlich spürt man: Irgendwann geht es auch uns so, irgendwann wird das auch für uns zu viel.

Digital Immigrants: 20.Januar, 9 Uhr und 12 Uhr; 22.Januar, 15 Uhr, Canva