Kultkino Basel
Dieter Fahrer zu seinem neuen Dokumentarfilm: «Unabhängigkeit der vierten Gewalt ist immer bedroht»

Seit gestern ist der Film «Die vierte Gewalt» im Basler Kultkino zu sehen – die Abstimmung zu «No Billag» steht bevor.

Olivia Meier
Merken
Drucken
Teilen

Der Abstimmungssonntag naht. Die Diskussionen sind hitzig und beschäftigen die ganze Schweiz. No Billag, sobald man den Computer anstellt. No Billag, wenn man auf das Handy schaut. No Billag auf der Titelseite und No Billag im Fernsehen. Am 4. März ist es so weit, es wird entschieden, ob die Gebühr für die öffentlich-rechtliche «vierte Gewalt», wie man die Medien auch nennt, abgeschafft werden soll. Mit dieser vierten Gewalt beschäftigt sich der neue Film vom Berner Regisseur Dieter Fahrer.

«Die Unabhängigkeit der vierten Gewalt ist immer bedroht», sagt Fahrer. Deshalb sei es wichtig, Einblicke in die Medienlandschaft zu geben. Gestern wurde der Dokumentarfilm zum ersten Mal fürs breite Publikum im Mittagskino des Kultkinos gezeigt, vor zwei Wochen feierte er in Basel Premiere, für geladene Gäste und Leute aus der Filmbranche. Fahrer hat über mehrere Jahre vier Redaktionen begleitet und dramatische Szenen gefilmt. So ist bereits im Trailer zu sehen, wie den Mitarbeitenden der Tageszeitung «Der Bund» mitgeteilt wird, dass Tamedia sparen müsse. Auch die Redaktion vom Online-Magazin «Watson», der «Republik» und der Radiosendung «Echo der Zeit» werden gezeigt.

Eine wichtige Rolle bei der Entstehung des Filmes spielten Fahrers Eltern Margrit und Ernst Fahrer: «Mein Vater sieht nur noch verschwommen, doch er zeichnet und malt noch jeden Tag. Dazu liest meine Mutter aus der Tageszeitung ‹Der Bund›, die sie seit 60 Jahren abonniert haben.» Er sei mit dem «Bund» aufgewachsen, einen Fernseher haben sie keinen gehabt. «Die Zeitung jedoch, die war immer da, lange schon bevor ich lesen konnte. Sie gab mir die Sicherheit, dass das, was geschah, auch wirklich geschah, und was da geschrieben stand, das war die Wahrheit», schreibt Fahrer auf der Website des Filmes.

Das Feedback auf «Die vierte Gewalt» ist durchzogen. So schreibt das «Journal B»: «Alles in allem hat Dieter Fahrer mit der Vierten Gewalt» einen wichtigen Beitrag zur Zeit geschaffen, einen bild- und zugkräftigen Film.» Die «Wochenzeitung» kritisiert hingegen: «Abschliessende Einsichten, wie die Medien den technologischen Wandel bewältigen und sich zukünftig finanzieren können, liefert der Film keine.» Dafür stelle er viele hintersinnige Fragen.

Bis zur Abstimmung vom 4. März wird wohl weiter hitzig diskutiert. Wer einen genaueren Einblick in die schweizerische Medienlandschaft bekommen möchte, kann also einen Kinobesuch bei «Die vierte Gewalt» in Betracht ziehen.

Das Kultkino zeigt den Film «Die vierte Gewalt» jeweils um 12.15 Uhr.