Theater

«Es einfach mal knallen lassen»

"Loving the Alien" - Theater mit Live-Musik

"Loving the Alien" - Theater mit Live-Musik

„Loving the Alien“ – eine Konzert-Performance mit Schauspiel, Tanz, Projektion und Puppentheater basierend auf den Liedern von David Bowie

Dresden – Baden. So lautete die Fahrroute der Deutschen Theatergruppe „Cie. Freaks und Fremde“ gestern donnerstags. Der Alien ist in Baden gelandet und bereit für die drei Schweizer Vorstellungen, zwei in Baden und eine in Aarau. David Bowie räumte der Alien-Figur eine besondere Rolle ein, denn sie taucht in seinen Werken immer wieder auf. Er repräsentiert das Fremde, das auf die Erde kommt. Gleichzeitig sind aber auch die Menschen fremd für ihn. Im Minutentakt wechseln die Schauspieler im Stück die Perspektive. Ein philophisches Thema, das an Aktualität kaum zu überbieten ist.

Doch das Stück soll nicht Propaganda sein, keine Botschaft, die vermittelt werden soll, sondern nur beobachten. „Mit einem Stück kreiere ich eine Welt, die verschiedene Seiten zeigt. Die Freude an diskursiven, sinnlichen Wahrnehmungen. Das man sich an Bildern, Tönen und guten Körpern erfreuen kann“, sagt Schauspieler Heiki Ikkola gegenüber der "Aargauer Zeitung". 

Dies geschieht durch die Figur des Aliens. Die einmal sogar von David Bowie selbst gespielt wurde, in „Der Mann der vom Himmel fiel“. Ikkola meint dazu: „Ich hab manchmal als Künstler selbst das Gefühl, dass ich wie ein Fremder auf die Welt schaue und die Umgebung analysiere. Gleichzeitig stellt für viele dieses Fremde eine enorme Bedrohung dar.“

Sind nun wir oder der Alien das Fremde?

 

Das Stück lebt von seiner beeindruckenden Vielseitigkeit. Schubladisieren in ein Genre funktioniert hier nicht, im guten Sinne. Ikkola beschreibt das Werk in seinen eigenen Worten: „Auf der Basis der Songs von David Bowie arbeiten wir mit ganz vielen Formen des Theaters die uns interessieren. Mit den Mitteln Schauspiel, Tanz, Projektion und Puppentheater. Und das versuchen wir als eine Art Bühnen Musikvideo zu präsentieren.“

Wie geht man so etwas an? Musiker „Sonderling“ spielte dabei die entscheidende Rolle. Er stellte die Set-List zusammen. Was danach kam, basierte auf diesem Werk. Die Schauspieler haben basierend auf seiner Arbeit begonnen, zu visualisieren. Entstanden ist ein vielseitiges Bühnenbild, gespickt mit Referenzen zur Kunstgeschichte und Film. Der Musiker begleitet die Schauspieler auf der Bühne mit beeindruckender Live-Musik. 

Für den Musiker war es, wie wenn er ein Konzert-Programm zusammenstellt: "Mich interessieren die Verknüpfungen, die sich Formal oder inhaltlich ergeben. Das Kunstwerk ist oft schlauer als der Künstler. Da darfst du auch mal denken, lass es knallen!" Ob grosser Bowie Fan oder Theater Liebhaber, in „Loving the Alien“ ist für jeden etwas dabei.

„Loving the Alien“ Donnerstag, 6. April und Freitag, 7. April, 20.15, im ThiK Theater im Kornhaus Baden, 8. April, 20.00, in Aarau im Fabrikpalast.

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Autorin

Corina Gall

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