Nachruf

Er brachte uns Softsex: Der Schweizer Filmemacher Erwin C. Dietrich ist verstorben

Erwin C. Dietrich, Filmregisseur sowie Bauherr und Betreiber der Cinemax Kinos in Zürich am 4. August 1993. (Archiv)

Erwin C. Dietrich, Filmregisseur sowie Bauherr und Betreiber der Cinemax Kinos in Zürich am 4. August 1993. (Archiv)

Er war Schweizer Filmproduzent, Kinounternehmer und Filmregisseur: Am 15. März ist Erwin C. Dietrich mit 87 Jahren nach langer Krankheit verstorben. Ein Nachruf.

Der Schweizer Kinounternehmer, Produzent und Filmregisseur Erwin C. Dietrich ist tot. Er starb am 15. März nach langer Krankheit im Alter von 87 Jahren, wie der Todesanzeige seiner Familie im «Tages-Anzeiger» vom Montag zu entnehmen war.

Erwin C. Dietrich wurde 1930 in St. Gallen geboren. Seine Laufbahn begann er als Bühnenschauspieler und Drehbuchautor. 1956 gründete er die Firma Urania und produzierte in den kommenden Jahren Filme wie «Der Herr mit der schwarzen Melone», «Die Gejagten», «Hazy-Osterwald-Story», «Die Nylonschlinge» und «Der Würger vom Tower».

Ab Mitte der 60er-Jahre produzierter Dietrich erfolgreich erste Softsex-Filme. In die Kinos brachte er etwa «Schwarzer Markt der Liebe», «Seitenstrasse der Prostitution», «Die Sklavinnen», «Frauen, die für Sex bezahlen», «Die Marquise von Sade» oder «Frauen für Zellenblock 9».

Er drehte mit Burton und Moore

Daneben produzierte Dietrich Filme anderer Genres, darunter «Jack the Ripper» mit Klaus Kinski, «The Wild Geese» mit Richard Burton, Roger Moore, Richard Harris und Hardy Krüger, «Escape to Athena», wiederum mit Roger Moore oder «Storia di Piera» mit Hanna Schygulla, Isabelle Huppert und Marcello Mastroianni.

Erfolg hatte er auch mit «Ein Schweizer namens Nötzli» mit Walter Roderer und Ursela Monn. Als er 1990 mit «Der doppelte Nötzli» nicht an seinen Vorgängerfilm anknüpfen konnte, zog sich Dietrich aus dem Filmgeschäft zurück. Gleichwohl blieb er dem Kino treu und führte bis 2005 in Zürich die Kinos «Capitol» und «Cinemax».

In seiner Laufbahn hatte Dietrich mehrere Produktionsfirmen gegründet, darunter «Ascot Film» und «Elite Film». Zudem schrieb er unter den Pseudonymen Manfred Gregor, Michael Thomas und Ralph Engler zahlreiche Drehbücher und führte unter den Pseudonymen Irvin C. Dietrich oder Manfred Gregor Regie.

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