Schweizer Film
Drei Frauen gewinnen die Hauptwettbewerbe der Solothurner Filmtage

Am Mittwoch geht die Online-Edition der Solothurner Filmtage zu Ende. Zuvor haben die Jurys und das Online-Publikum ihre Sieger gekürt. Das sind die ausgezeichneten Filme 2021.

Daniel Fuchs
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CH Media

«Mare», «Bey­to» und «Von Fischen und Menschen» heissen die drei Sieger bei den Solothurner Filmtagen. In einer online übertragenen Feier wurden die Hauptpreise «Prix de Soleure», «Opera Prima» und «Prix du public» am Dienstagabend vergeben.

Über die Auszeichnungen freuen dürfen sich an erster Stelle drei Frauen: Andrea Štaka, der nach «Das Fräulein» von 2006 mit «Mare» erneut ein Erfolg gelungen ist; Gitta Gsell, der für ihr Beziehungsdrama zwischen zwei Männern «Beyto» die Herzen der Filmtage-Zuschauerinnen und -Zuschauer zugeflogen sind; und Stefanie Klemm, die mit ihrem Erstling «Von Fischen und Menschen» den neu geschaffenen Jurypreis für Langfilm-Debüts «Opera Prima» gewinnt.

Neben «Bey­to» war dieser einer der Publikumsrenner an den diesjährigen Solothurner Filmtagen, die ausschliesslich online stattfanden.

Hier geht's zum Trailer von «Mare»:

Rollenbilder und ein tragisches Familienschicksal

In «Von Fischen und Menschen» widerfährt der von «Wilder»-Kommissarin Sarah Spale gespielten alleinerziehenden Mutter Judith in einer abgelegenen Forellenzucht im Jura Tragisches. Ganz die Ermittlerin sucht sie nach dem Schuldigen für ihren Verlust. Das Drama ist packend erzählt. Das Jurorentrio begründet seine Wahl mit einer «hypnotischen Kraft, die den Zuschauer in einen emotionalen Abgrund zieht».

Hier geht's zum Trailer von «Von Fischen und Menschen»:

Die Wahl für den «Prix de Soleure» trafen dieses Jahr der Regisseur Markus Imhoof, die Theaterdirektorin Anne Bisang und die Schriftstellerin Meral Kureyshi. «Mare» sehe aus wie ein Dokumentarfilm oder die Realität selbst, werde aber «überhöht zu einer existenziellen Wahrheit», so die Jury. Der Film handelt von einer Frau, die aus ihrer Familienrolle ausbricht, aber wieder etwas zurückrudert, die Rebellion für ein grösseres Ganzes nicht ganz durchzieht.

«Mare» ist für den Schweizer Filmpreis nominiert (u.a. für die beste Regie und für das beste Drehbuch). Der Film hatte an der letztjährigen Berlinale Premiere.

Und hier der Trailer von «Beyto»:

«Beyto» schliesslich handelt von der Beziehung eines türkisch stämmigen Schwimmers zu dessen Schwimmtrainer, gespielt von Dimitri Stapfer, der dafür für den Schweizer Filmpreis nominiert worden ist. Alle drei Filme können bei den Filmtagen noch einmal online gebucht werden.