Findet man uns – oder lässt man uns aus? Das ist die Frage nach der Züglete der Volta aufs Lysbüchel-Areal. Zwar wirbt die Messeleitung mit der neuen-alten Nähe zum namensgebenden Voltaplatz – verschickte aber am Sonntag doch noch einen Newsletter: «How to find us». Tatsächlich kann man nicht einfach mal schnell von der Art rüber zur Volta, wie in den Jahren zuvor, als sie in der Markthalle eingemietet war.

Am Mittwochmorgen war es sehr ruhig in der grossen Halle. Irgendwie tat es ein bisschen weh, die Galeristinnen und Galeristen wartend in ihren Kojen zu beobachten. Zu sehen, dass dem Café (Kaffee und Kuchen sind prima) und dem aufwendig und fantasievoll gestalteten Meyers Culinarium Gäste fehlen. Die positive Seite der Flaute: Die Galeristinnen und Galeristen haben Zeit, um zu erklären, einem die oft unbekannten – aber nicht uninteressanten – Künstlerinnen und Künstler vorzustellen.

Katerstimmung spürt man trotzdem nicht. Der Montag, der Eröffnungstag, sei super gewesen, sind sich die befragten Galeristen einig. Ebenso, dass am Dienstag tote Hose herrschte, weil, wer eine VIP-Karte hatte, natürlich an der Art war.

«Heute Morgen gleich um zehn Uhr gab es viele Besucher», erklärt Thomas Fuchs (Stuttgart). «Es scheint, dass man vor oder nach der Art zu uns hinausfährt.» Der Habitué, er ist seit Jahren auf der Volta, ist überaus zufrieden. Er hat bereits zehn Werke von Jochen Hein verkauft (4200 bis 18'000 Euro). Auf die Frage, ob Hein den Begriff «neue Romantik» für seine gekonnten Meer- und Wolkenbilder gefallen würde, lacht er zustimmend. «Sagen Sie einfach nicht ‹Fotorealismus›, das mag er nicht.»

«Realistischerweise muss man zugeben, die Markthalle war stimmungsvoller, aussergewöhnlicher», sagt ein anderer Galerist, «dafür ist hier alles schön geordnet.»

Volta ist die Messe für Normalos

Zufrieden wirken Angela Wollny von der Genfer Galerie Salon Vert und die Inhaberin von NL=US, bei ihren Volta-Debüts. Die an die Klassik erinnernden Zeichnungen der Engländerin Sue Williams A’Court (1700 bis 2800 Franken) wie die dunkeltonigen Gemälde des Niederländers Arnout Killian (2500 bis 14'000 Euro) schmeicheln dem Auge – und finden Käufer.

Generell ist die Volta die Messe für Normalos: Hier gibt es viel Malerei mit Wohnzimmer-tauglichen Dimensionen in einem moderaten Preissegment. Auffällig ist, wie oft sich Künstlerinnen und Künstler der Kunstgeschichte bedienen. Gekonnt bringt Franceska Kirke den Plastikmüll an Stränden, Apokalypse und klassisches Stillleben auf eine grosse Leinwand (13'000 Franken bei Bastejs, Riga), mit Wucht deformiert Gomez die Gemälde von Rembrandt und van Dyck (Montoro, Rom/Brüssel), handwerklich stupend wirkt Artem Volotkins schwarz-weisser «Public Garden» (10'000 Franken bei Mironova, Kiev).

Die Auszeichnung als stimmigster Stand verdient V1 aus Kopenhagen: Henri Matisses «Rotes Atelier» ist gestalterische Vorlage und Inspiration für die 20 Künstlerinnen und Künstler der Galerie: Das ist Kunstgeschichte zum Schmunzeln – und Kaufen.

Volta 14 Bis 16. Juni, Elsässerstr. 215, Basel.