Oscar-Nominierungen
Chloé Zhao und Emerald Fennell – diese beiden Frauen schreiben Geschichte beim wichtigsten Filmpreis

Erstmals in der über 90-jährigen Geschichte der Oscars befinden sich zwei Regisseurinnen unter den Oscar-Anwärtern für die beste Regie.

Daniel Fuchs
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Oscar-Novum: Emerald Fennell (l.) und Chloé Zhao:

Oscar-Novum: Emerald Fennell (l.) und Chloé Zhao:

Bild: Keystone

«Nomadland» und «Promising Young Woman»: So heissen die Filme von Chloé Zhao und Emerald Fennell, für die beide Regisseurinnen einen Oscar abholen könnten. Während unter den am Montag für die Oscars 2021 nominierten Filme auffallend viele stehen, die 2020 das Streaming dominierten, gehören «Nomadland» und «Promising Young Woman» zu jenen Filmen, die in der Schweiz noch auf einen offiziellen Kinostart warten.

Hier geht's zu den Trailern der beiden Filme:

Trailer zu «Nomadland».

Quelle: Youtube

Trailer «Promising Young Woman».

Quelle: Youtube

Dass nun zwei Frauen aufs Mal im Rennen um die Königskategorie Beste Regie stehen, ist ein Novum in der 93-jährigen Geschichte der Oscars. Vor Chloé Zhao und Emerald Fennell wurden erst fünf Frauen überhaupt als beste Regisseurinnen nominiert. Einzig Kathryn Bigelow holte im Jahr 2010 dann auch tatsächlich einen Oscar für ihre Regie ab, für ihren Film «The Hurt Locker».

«Nomadland» handelt von einer modernen Nomadin in den USA (gespielt von Frances McDormand), in «Promising Young Woman» geht es um den Rachefeldzug einer jungen Frau. Beide stehen nun auch im Rennen um einen Oscar für den Besten Film. Für «Nomadland» gab es weitere vier Nominierungen, für «Promising Young Woman» drei.

Die wichtigsten Kategorien

«Mank» von David Fincher als grosser Favorit

Mit zehn Nominierungen schwimmt der Netflix-Film «Mank» von David Fincher ganz obenauf in der Reihe der Favoriten der diesjährigen Oscarnacht, die wegen der Pandemie zwei Monate verspätet, am 25. April, steigt.

Trailer zu «Mank».

Quelle: Youtube

Die Dominanz der Filme vorwiegend weisser alter Männer gab in den vergangenen Jahren anlässlich der Oscars jeweils viel zu reden. Viel zu männlich, viel zu wenig divers fielen die Entscheide aus, so die Kritik.

Diskussionen um eine angemessene Vertretung von weiblichen, queeren und diversen Themen, gab es auch dieses Jahr. Der Streit entzündete sich am Film «Never Rarely Sometimes Always» von Eliza Hittman, der es nun nicht ganz in die letzte Runde um einen Oscar geschafft hat. Das Drama behandelt die Reise einer ungewollt schwanger gewordenen jungen Frau für eine Abreibung ins liberale New York.

Trailer zu «Never Rarely Sometimes Always».

Quelle: Youtube

Abtreibungsdrama wird von manchen am liebsten tabuisiert

Der konservative Filmemacher und Christ Keith Merrill (80), Mitglied des Wahlgremiums für die Oscars, der Akademie, protestierte gegen das Thema, indem er sich weigerte, den Film auch nur zu sichten. Er wolle nicht einer Frau dabei zuschauen, wie sie Hilfe suche, um ihr Kind zu ermorden. Hittman machte den Protest öffentlich und fragte auf Twitter, ob die Academy «aus alten, weissen, puritanischen Wächtern» zusammensetze und sich weitere Mitglieder an ihrem Film störten.

Die Episode spiegelt zwar eine Einzelmeinung wider, zeigt aber, Themen wie die Abtreibung und eine ausschliesslich weibliche Sichtweise darauf provozieren in der Academy Ablehnung. So gesehen ist die Doppel-Nomination von Chloé Zhao und Emerald Fennell ein Meilenstein.