Das Setting ist ausserordentlich. Nur gerade 300 Personen werden zum neuesten Event der Art Basel zugelassen. Aufgerufen, im kommenden Februar an der dreitägigen Tagung «Art Basel Inside» in Abu Dhabi teilzunehmen, sind globale Führungskräfte in Kunst und Wirtschaft. Kostenpunkt: 15 000 Franken pro Person, «luxuriöse Unterkunft, kulinarische Köstlichkeiten und einzigartige Kunsterlebnisse» sind all-inclusive.

Die Ankündigung ist blumig und unverbindlich gehalten. Es gehe um die «Neudefinition der Welt», wobei die Kunst als «starkes transformatives Werkzeug» eingesetzt werde. Künstler, Kreative, Denker, Gründer und Unternehmer aus Technologie und Finanzen erhielten die «einzigartige Chance», sich «auf ein gemeinsames Ziel» zu einigen. Zwei Jahre lang habe die Art Basel an dieser Initiative gearbeitet, um das Angebot des Projekts zu definieren.

Offenkundig lässt der Basler Messeveranstalter in Abu Dhabi einen Versuchsballon steigen. Nach Auskunft von Sprecherin Dorothee Dines handelt es sich um einen vorerst einmaligen Anlass. Es sei jedoch möglich, «dass wir in Zukunft weitere derartige Veranstaltungen durchführen werden».

Der Branchendienst «Artnet» stellt «Art Basel Inside» in eine Reihe mit der «New York Times International Luxury Conference» in Hongkong. Dabei gehe es vor allem darum, dass sich die Metropole für eine globale Elite mit einem attraktiven Event profilieren könne. Finanziert wird «Art Basel Inside» massgeblich durch das Department of Culture and Tourism Abu Dhabi.

Art Basel Cities bleiben in Buenos Aires kleben

Die Zurückhaltung, ein neues Grossprojekt anzukünden, dürfte auch mit der Stagnation einer anderen Initiative verbunden sein. Denn Buenos Aires ist weiterhin der einzige Partner, der an der 2016 gestarteten Initiative «Art Basel Cities» teilnimmt. In Zusammenarbeit mit Städten sollten massgeschneiderte Programme entwickelt werden, um deren kulturelle Angebote leuchten zu lassen. Die argentinische Stadt behält vorderhand das Alleinstellungsmerkmal. Sprecherin Dines erklärt, «derzeit haben wir keine Ankündigungen zu machen».

Sorgen macht der Art Basel aber vor allem die politische Unsicherheit in Hongkong, wo die Kunstmesse seit 2013 gastiert. Pläne, die Messe im kommenden März abzusagen oder zu verschieben, gebe es keine, heisst es auf Anfrage. Die Sicherheit der Mitarbeiter, Aussteller und Besucher habe aber höchste Priorität. Man hoffe, dass die notwendigen Diskussionen einen friedlichen Weg in die Zukunft bringen würden.