Comic
Der Erfinder aus Entenhausen wird 65 Jahre alt

Daniel Düsentrieb feiert Geburtstag. Am Gratis-Comic-Tag wird ein Heft mit witzigen Geschichten seiner kurligen Erfindungen verschenkt. Ein Rückblick auf die Karriere des gefiederten Wunderfitzes.

Reto Baer
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Walt Disney

Welche Erfindung hätten Sie denn gerne? Den dampfgetriebenen Rückenkratzer? Die Intelligenzstrahlen? Oder vielleicht doch lieber die Dunkelbirne, das Pendant zur Glühbirne, die helle Räume schlagartig dunkel macht? All diese praktischen Dinge hat Daniel Düsentrieb erfunden. Aber wer hat die legendäre Comicfigur erfunden? Es war nicht Walt Disney, sondern Carl Barks, der für Disney Donald-Duck-Comics zeichnete und den cholerischen Erpel bald um einen ganzen Kosmos an Figuren erweiterte. Barks hat nicht nur Dagobert Duck und die Panzerknacker, sondern vor 65 Jahren eben auch Daniel Düsentrieb erfunden.

Selbstverständlich geht eine Comicfigur mit 65 nicht in Rente. Gyro Gearloose (Kreisel Schraubelocker), wie der Hahn im Entenkorb im Original heisst, macht weiter. Dabei hat er im Mai 1952 ganz bescheiden begonnen. Bei seinem ersten Auftritt versucht er, mit einer Hüpfstelze Butter zu machen, scheitert aber kläglich. So richtig aufwärts geht’s mit dem Tüftler, als er sich 1956 einen Assistenten zusammenbaut, den kleinen Roboter Helferlein, der anstelle eines Kopfes eine Glühbirne hat. Nicht selten rettet Helferlein seinen Chef aus den misslichen Lagen, in die ihn sein Erfindergeist gebracht hat.

So macht Comicslesen Spass

Aber eben: «Dem Ingeniör ist nichts zu schwör!» Düsentriebs legendäres Motto ist längst ein geflügeltes Wort geworden. Es stammt von der einfallsreichen Übersetzerin Dr. Erika Fuchs. Sie hat dem kauzigen Erfinder auch andere lustige Worte in den Schnabel gelegt, zum Beispiel: «Hier zwei Völtchen, dort zehn Öhmchen, gibt schon wieder ein Schwingungsströmchen.» Oder: «Das beste Werkzeug ist ein Tand in eines tumben Toren Hand.» So macht Comicslesen Spass.

Und Daniel Düsentrieb ist tatsächlich eine Ausnahmeerscheinung in Entenhausen. Er ist nicht nur ein Hahn, sondern hält sich auch nicht an das Modediktat der Enten: untenohne. Der Ingeniör trägt Hose und Schuhe. Dazu Hemd und Weste, auf dem Schnabel einen Zwicker und auf dem Kopf ein Hütchen, das von einem Gummiband festgehalten wird. Und statt des Hahnenkamms prangen Haare im Out-of-Bed-Look über der Denkerstirn.

Die «FAZ» vermutet eine Perücke. Doch in der Welt Entenhausens ist nun mal ein Hahn mit Haaren möglich, schliesslich zeigt auch Donald Duck, wenn er wütend wird, Zähne. Eine Ente mit Zähnen im Schnabel würde jeden Ornithologen wohl ziemlich verblüffen.

In den Comics kann es indes gar nicht fantasievoll genug zu- und hergehen. Und so erfindet Daniel Düsentrieb weiter Dinge wie Wunderwürmer für effektiveres Angeln, einen Kobold-Kompensator, eine Art Hightech-Talisman gegen boshafte Kobolde, Sprechmaschinen, die Hunde und Katzen sprechen oder singen lassen, den Luftroller, Schwebematten und Schalllöscher.

«Unmögliche Gerätschaften»

Düsentrieb war eine der Lieblingsfiguren seines Schöpfers Carl Barks, der einmal sagte: «Ich bin selbst der geborene Erfinder. Ich denke mir alle möglichen und unmöglichen Gerätschaften aus. Es wäre schier unmöglich, all die zahllosen Erfindungen zum Patent anzumelden, die mir mal im Kopf herumgekreist sind.» Aber Düsentrieb lässt all seine Erfindungen gewissenhaft bei Dr. Grillenkrämer patentieren.

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