Christoph Trösch

Slammer: Sie sind bewaffnet mit Stift und Papier und schiessen ihre selbst geschriebenen Texte von den Brettern ab, die für sie die Welt bedeuten. Das interessierte Publikum verzaubern sie mit einer neuen, erfrischenden Mischung aus Poesie, Prosa und Comedy. So auch am Samstag, als im Chrämerhuus der dritte «Chrämer-Slam» stattfand.

Valerio Moser, Mitglied des Kulturvereins Chrämerhuus und selbst engagierter Slammer, bot mit dem deutschsprachigen Slam-Meister Sebastian 23 aus Bochum und dem zweimaligen

U-20-Schweizermeister wahre Grössen der Szene auf. Von den insgesamt acht Slammern und Slammerinnen kamen vier ins Finale.

Witze über Steinerschulen

Gewonnen hat dann der erst 17-jährige Laurin Buser. Seine Texte über Schule und Smalltalk überzeugten das gut gelaunte Publikum. Der Kommentar zum Sieg: «Ich als Steiner-Schüler finde es unverschämt, wenn man mit Witzen über Steinerschulen einen Slam gewinnt.» Für Zuhörer, Slammer und Veranstalter war es ein gelungener Anlass: «Es war einfach Party», sagte Moser.

Mit dem dritten «Chrämer-Slam» ging die erste Kultursaison seit Wiedereröffnung des «Chrämis» in die Sommerpause. Trotz eines schlechten Starts ist Markus Heiniger vom Kulturverein Chrämerhuus mit dem neuen Konzept sehr zufrieden: «Zu Beginn war's etwas harzig, aber dann wurde die Kultursaison ein voller Erfolg.» Während das «Chrämi» an den ersten Rock-Konzerten teils nur 15 Besucher begrüssen durfte, konnte sich der Veranstalter nach und nach über ausverkaufte Slams, Jams und Comedy-Events freuen.

Erfolg mit vielfältigem Programm

Zu den Highlights der Saison gehören die Plattentaufe des Langenthaler Mundartisten Chocolococolo, der mit gewissenhaftem Sprechgesang und Beatboxeinlagen unterhielt, sowie das klangintensive Konzert des Electronica-Ensembles Illeist Collective. Aber auch die Poetry Slams waren immer schnell ausverkauft.

Die Idee hinter der Kultursaison ist simpel: «Wir wollen einfach für jeden Besucher etwas bieten. Vom Töchterchen bis zur Grossmutter sollen alle etwas finden, das sie interessiert», sagt Heiniger. So vielseitig wie die Geschmäcke des Zielpublikums war daher auch das Programm im «Chrämi»: Zwischen Hip-Hop-, Metal-, Rock- und Jazzveranstaltungen fanden Literaturlesungen, Spieleabende und Theateraufführungen statt.

Die nächste Kultursaison startet im Oktober dieses Jahres. Bis dahin berät sich das Team des Kulturvereins über Programmpunkte und Verbesserungsvorschläge. «Was die Werbung für unsere Events angeht, können wir uns noch verbessern», so Heiniger. «Wir sind übrigens auch offen für Vorschläge. Jeder, der Bock hat, Kultur zu veranstalten, kann sich bei uns melden.» Das Highlight in der Sommerpause wird das Wuhrplatzfest 2009 sein, das vom 13. bis 16. August stattfindet. Das dazugehörende Line-Up wird nächste Woche bekannt gegeben.