Geboren wurde Cuno Amiet 1868 in Solothurn. Mit Unterbrüchen in Wien, Dresden, Rom, München und Paris lebte er ab 1898 bis zu seinem Tod 1961 in Oschwand. Sein Haus wurde zu einem Treffpunkt von Künstlern, Sammlern und Literaten, die für die modernen Strömungen in der Kunst eintraten.

Hier, im Berner Umland, malte Amiet seine farbenfrohen Figuren, Landschaften, Interieurs und Stillleben, wobei er - dies sein Beitrag zur Moderne - der Zentralperspektive und plattem Naturalismus eine leuchtende Absage erteilte.

"Eine Art Arkadien"

Das Kunstmuseum Mendrisio zeigt die erste umfassende Ausstellung im Tessin mit Werken von Cuno Amiet. Im Mittelpunkt stehen Bilder, die der Künstler in der intakten bäuerlichen Umgebung von Oschwand gemalt hat, etwa die Gemälde "Bretonin unter Bäumen" (1893), drei Versionen von "Paradies" (1894/95, 1900/01, 1958), "Apfelernte" (1907), "Liegender Frauenakt mit Blumen" (1912) oder "Liette" (1932).

Zu sehen sei "eine Art Arkadien", schreibt das Museum. Dieses "Paradies auf Erden" werde bestimmt "von menschlichen Beziehungen, der Feldarbeit, der Liebe zum Nächsten und zur Familie, dem Eingebettetsein des Menschen in die Natur".

Gegenüberstellungen

Zusammen mit Ferdinand Hodler gehört Cuno Amiet zu den bekanntesten Schweizer Künstlern in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Um seine Bedeutung in der europäischen Kunstgeschichte zu dokumentieren, kommt es in der Ausstellung zu Gegenüberstellungen mit anderen Malern: mit Paul Gauguin, Henri Matisse, Giovanni Giacometti, Ferdinand Hodler, Ernst Ludwig Kirchner, Alexej von Jawlensky, Marianne Werefkind, August Macke oder Gabriele Müntener.