Kunstmesse
Scope Basel ist hart gelandet

Die Kunstmesse Scope hat es doch noch geschafft: Sie eröffnete am Montag auf dem Landhofareal ihre Zeltstadt.

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Scope Basel

Scope Basel

bz Basellandschaftliche Zeitung

Yen Duong

Es war ein langer Weg mit vielen Turbulenzen, bis die Kunstmesse Scope schliesslich auf dem Landhofareal ihre Zeltstadt aufschlagen durfte (die bz berichtete mehrmals). Gestern öffnete die Kunstschau ihre Tore, zumindest für die Medien und die «VIP-Gäste». Die offizielle Eröffnung der dritten Ausgabe der Scope Basel findet heute um 11 Uhr statt.

Dass die Kunstmesse Scope, die immer ganz bewusst die Nähe zur Art Basel sucht, gegen viel Widerstand zu kämpfen hatte, haben auch die Galeristen aus aller Welt mitbekommen. «Ich habe es von einer Freundin erfahren, die beim Focus-Magazin arbeitet. Die Scope hat uns dann noch selber per E-Mail darüber informiert», sagt Andreas Binder aus München. Er könne nicht nachvollziehen, warum es solche Probleme gegeben habe. «Was soll das? Auf dem Landhofareal dürfen die Kinder ja nicht einmal Fussball spielen, steht ja auf einem Schild geschrieben», meint er.

Die Ausstellerin Cynthia Reeves aus New York ist das erste Mal an der Scope Basel. «Ich bin begeistert von der perfekten Location. Da wir so nahe bei der Art sind, werden sicher noch mehr Leute bei uns vorbeischauen», schwärmt sie. Von den Problemen habe sie aus einer Londoner Zeitung erfahren. «Ich war überrascht und beunruhigt. Die Scope hat uns zwar darüber informiert, aber mir wäre es lieber gewesen, wenn sie das etwas früher getan hätte und nicht erst drei Wochen vor der Ausstellung.»

Die Auseinandersetzungen rund um Scope Basel beunruhigten auch James Freeman aus London. «Die Basler Behörden haben der Scope ja einen Vertrag ausgehändigt. Dass so etwas dann passiert, ist unverantwortlich», sagt er. Er frage sich, ob es wirklich nur die Anwohnerinnen und Anwohner gewesen seien, die sich gegen Scope wehrten, oder ob nicht auch noch die Art Basel ihre Finger im Spiel hatte. «In der Szene heisst es, dass die Art Basel mitmischte, aber das habe ich auch nur gehört», sagt er.

Paulina Perdigan aus Mexiko hingegen ist überzeugt, dass die Art Basel heftig gegen die Scope intervenierte. «Die Scope ist nun mal sehr nahe bei der Art Basel. Das bereitet den Verantwortlichen Sorgen», findet sie. Für Unruhe sorgten die Differenzen aber nicht nur bei internationalen Schaustellern, sondern auch bei den lokalen. «Wir stellten uns mal kurz die Frage, ob wir unsere Teilnahme absagen sollten», sagt der Basler Künstler Comenius Röthlisberger, und fügt hinzu: «Das Motto von Basel lautet ja ‹culture unlimited›. Aber dann tauchen solche Probleme auf.»

Jannis Markopoulos aus Berlin betont: «Es ist ja zum Glück alles gut gekommen.» Er hoffe, dass die Scope auch nächstes Jahr auf dem Landhofareal stattfinde könne. Denn: «Sonst wäre es ein Desaster für uns, der Ort ist nämlich perfekt», erklärt er. Dass die Scope Basel auch im Jahr 2010 auf dem Landhofareal stattfinden kann, scheint nach den ganzen Turbulenzen unwahrscheinlich. Ob sie ihre Besucher wohl deshalb am Eingang mit der Aufschrift «You are here for now» begrüsst?

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