Kofmehl
Mit Agieren die Probleme lösen

Mit etlichen Neuerungen und Plänen, aber auch mit offenen Fragen startet die Kulturfabrik Kofmehl dieses Wochenende in die neue Saison. Nicht gelöst ist das Rauchproblem, und noch immer offen ist, was weiter in Sachen Anwohnerbeschwerde passiert.

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Oliver Menge

Wolfgang Wagmann

Selber im Voraus Massnahmen egreifen und agieren, statt reagieren, so lautet die Devise in der

Vorverkaufsrekord gebrochen

«Unser Ziel ist es, das Programm so abwechslungsreich wie nur möglich zu halten und auch immer wieder etwas Grösseres nach Solothurn zu holen», blickt Programmleiter Chrigu Stuber auf die anlaufende Saison. Ein Höhepunkt ist sicher am 14. November der Auftritt von «The Baseballs» im Kofmehl. «Damit haben wir den bisherigen Vorverkaufsrekord gebrochen. Innert 36 Stunden war das Konzert ausverkauft.» Weitere grössere Konzerte dürften die Auftritte der Erstgeneration-Hip-Hopper «De La Soul» oder der isländischen Song-writerin Emiliana Torrini mit ihrem Sommerhit «Jungle Drum» sein. Aber auch Kleinkunstfans kommen im Herbst auf ihre Kosten: Angefangen mit einer Bingo-Show von Beat Schlatter über eine Lesung von Peter Bichsel und Auftritten von Peach Weber bis Nils Althaus wechseln im Kofmehl die bekannten Namen in bunter Folge. (ww)

Neu ist auch das Einlasskonzept überarbeitet worden. «Die Ausweiskontrolle betreffend Alter findet schon draussen am Eingang statt», so Stuber, «damit weiss das Personal schon an der Bar, wem was verkauft werden darf und muss den Ausweis dort nicht mehr verlangen.» Damit werde auch ein gewisses «Aggressionspotenzial» am Tresen vermieden. Und zusammen mit der Werbeagentur «Augenweide» erarbeitet die Kulturfabrik derzeit ein Projekt, «mit dem wir ganzheitlich die Themen Lärm, Littering und Alkohol angehen wollen». Dabei sollen junge Leute an den Anlässen auf die Jugendlichen zugehen und sie spielerisch für das jeweilige Thema sensibilisieren. «Das kostet halt etwas, aber wir möchten unsere Verantwortung wahrnehmen und etwas bewegen», so Stuber.

Wo kann geraucht werden?

Noch keine langfristige Lösung können Chrigu Stuber und das Kofmehl-Team den rauchenden Gästen anbieten: Die Stadt hat bekanntlich verfügt, dass im Innern der Kulturfabrik Platz für Raucher geschaffen werden muss. Innen kommt aber aufgrund der kantonalen Gesetzgebung die Raumbar als Fumoir nicht infrage, da dort Auf-tritte stattfinden. «Auf der Strasse rauchen ist auch keine Lösung, denn die Leute können nicht einfach rein und raus», erklärt Stuber. Doch sei man mit den Kofmehl-Architekten und in Absprache mit dem Stadtbauamt am Plänewälzen für Fumoir-Varianten. Keine sei perfekt, weder der Durchstich durch die Halle in einen neuen Aussenraum noch die Einrichtung im Jugendraum des Obergeschosses. Es gelte noch einiges abzuklären, erste Pläne aller Varianten dürften aber im September vorliegen.

Vieles neu macht der August

Ein Team, das sich wöchentlich trifft, stellt eine neue Homepage zusammen; die Tool-Crew ist wieder aufgefüllt, «dafür suchen wir derzeit Leute fürs Grafik-Team» - im Bienenhaus Kofmehl gehen die jungen Leute ein und aus. Konstant seien rund 200 Jugendliche irgendwo im Betrieb engagiert, «sogar während der Ferien hat sich immer wieder jemand gemeldet». Die ständige Erneuerung sorge für die notwendige Dynamik - Konstanz dagegen ist in der «Führungsetage» angesagt, «wir hoffen, dass Pipo (Kofmehl) noch einige Jahre weitermacht», sagt Chrigu Stuber, auf das Thema angesprochen.

Ob eine neue Soundanlage, ausgemessen von einem Profi-Akustiker aus Basel, oder neue Surf-Stationen im Foyer - im Kofmehl versucht man, immer up to date zu sein. Das beliebte Video-Schaufenster soll am Landhausquai im «Tribe» bald wieder funktionieren, mittels einer Bluetooth-Station kann das Kofmehl-Partyvolk künftig in der Kulturfabrik selbst seine MMS-Bildchen auf ein Portal der Solothurner Zeitung laden. Und ein (geschenkter) Whirlpool macht neu den Backstage-Bereich für die Auftretenden zur regelrechten Wellness-Oase. Doch auch ins «Personal» hat man investiert. Chrigu Stuber: «Wir haben einen grossen Erstversorgungskurs organisiert. Dabei wurden unsere Leute in jeweils vier Stunden für Notfälle ausgebildet, die speziell bei uns auftreten können.»

Wie geht es weiter?

Aufs Thema «Anwohnerbeschwerden» reagiert Chrigu Stuber bewusst zurückhaltend - er geht davon aus, dass demnächst ein runder Tisch mit allen Involvierten stattfinden wird. Doch warte man die Ergebnisse nicht einfach ab, sondern arbeite weiter an Optimierungen. Die ersten zwei, drei Monate wurden noch gemäss den bisherigen Rahmenbedingungen organisiert, da bisher keine neuen bekannt seien. «Aber alles braucht eine gewisse Zeit», warnt Stuber vor «Hauruck»-Übungen - beispielsweise sei bei den Öffnungszeiten der geltende «Moonliner»-Fahrplan zu berücksichtigen oder bei geplanten Konzerten ein abgeschlossenener Vertrag.

Programm unter www.kofmehl.net

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