«Gefeiert wird eben immer»

Die zweite Ausgabe des Open-Air-Festivals «Rock am Bärg» in Büsserach geht am Wochenende über die Bühne. Der Veranstalter Pascal Jeker ist zuversichtlich, dass es ein Erfolg wird – und hat grosse Pläne für die Zukunft.

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Natascha Chtanova

Herr Jeker, was kann jetzt kurz vor dem Festival noch schief gehen?
Pascal Jeker: Wenn das Wetter nicht mitspielen sollte, wäre das schade. Ansonsten kann nicht viel schief gehen, da wir bereits letztes Jahr Erfahrung mit Rock am Bärg gesammelt haben.

Gibt es in diesem Jahr Neuerungen?
Jeker: Rock am Bärg war schon letztes Jahr gewaltig, und dieses Jahr wird es noch gewaltiger. Wir haben mehr Geld in das Festival gesteckt. Wir wollen nämlich grösser werden, und das nicht erst in zehn Jahren, sondern sofort. Deshalb haben wir bei den Bands aufgerüstet. Zu den Highlights gehören Bligg, Patent Ochsner und die Lovebugs. Ich persönlich freue mich auf Philipp Fankhauser. Es finden dieses Jahr auch am Sonntag Konzerte statt. Es wird mehr Stände geben und auch der Zeltplatz wird grösser sein als im Vorjahr.

Mit wie viel Besuchern rechnen Sie am diesjährigen Rock am Bärg?
Jeker: Wir stellen fest, dass unser Festival bekannter geworden ist. Die Besucherzahlen werden sich wahrscheinlich zwischen 1500 und 3000 pro Tag bewegen. Der Vorverkauf läuft sehr gut. Wir merken, dass es heutzutage gute Bands braucht, um Besucher anzulocken. Früher war es anders: Vor 15 Jahren konnte man fünf unbekannte Bands hinstellen, und es kamen trotzdem 500 Personen, um sie zu sehen.

Hat es auf dem Areal genug Platz für so viele Menschen?
Jeker: Ja, das ist kein Problem. Auf dem Zeltplatz müssen sie halt enger zusammenrutschen.
Das Programm ist mit nationalen

Main Acts ziemlich prominent besetzt. Wie haben Sie das geschafft?
Jeker: Wir haben zwei neue Mitarbeiter ins Team aufgenommen, die sich ziemlich gut in der nationalen Musikszene auskennen. Gute Leute mit Erfahrung und Beziehungen sind das Geheimrezept, sonst kannst du es vergessen.

Rentiert sich das Festival?
Jeker: Das weiss ich erst im Nachhinein. Unser Plan ist, nach drei Jahren schwarze Zahlen zu schreiben. Somit haben wir noch ein Jahr Zeit.

Festival-Infos

Es rockt am bärg Das Open Air «Rock am Bärg» findet vom 24. bis 26. Juli in Büsserach statt. Die Main Acts sind Lovebugs (24. Juli), Bligg (25. Juli) und Patent Ochsner (26. Juli). Tickets sind erhältlich bei www.starticket.ch, bei Mobiliar Breitenbach und an allen Bahnhöfen der Schweiz. Die Vorverkaufspreise sind: 3-Tages-Pass 120 Franken, 2-Tages-Pass (Fr/Sa) 100 Franken, 2-Tages-Pass (Sa/So) 90 Franken, Freitag 55 Franken, Samstag 65 Franken, Sonntag 45 Franken.
Das Festivalgelände ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.
Es werden Shuttle-Busse von Zwingen und Laufen eingesetzt. Die Postauto-Betriebe werden eine temporäre Haltestelle beim Festival einrichten. Weitere Infos unter www.rockambaerg.ch. (li)

Hat Rock am Bärg Sponsoren?
Jeker: Das ist ein schwieriges Thema. Wir sind noch zu klein und zu wenig bekannt, um wirklich grosse Sponsoren zu haben. Die Finanzkrise hat uns dieses Jahr einen Strich durch die Rechnung gemacht, da uns der Hauptsponsor abgesprungen ist.

Und trotzdem haben Sie am Programm festgehalten? Ist denn die Wirtschaftskrise kein Thema?
Jeker: Gefeiert wird eben immer. Wir haben ohnehin keinen Vergleich, wie das Festival ohne Wirtschaftskrise laufen würde. Das letztjährige Rock am Bärg ist kein guter Vergleich, da es damals ein total anderes Line-Up gab. Es hat dieses Jahr gereicht, um ein grösseres Festival als 2008 auf die Beine zu stellen. Hinter dem Open Air ist eine Defizitgarantie und wir konnten eigentlich nur hoffen, dass es klappt.

Sie sind also zuversichtlich, dass das Festival trotz Krise ein Erfolg wird?
Jeker: Wenn das Wetter mitspielt, ja. Wir haben ziemlich früh unsere Ticketpreise veröffentlicht. Lehrlinge beispielsweise hatten vier Monate Zeit, um sich das Ticket zusammenzusparen, und sie werden kommen, egal ob es regnet oder nicht. Vielleicht wird dieses Jahr weniger konsumiert, das werden wir am Wochenende sehen. Aber es werden auf jeden Fall mehr Besucher da sein als 2008.

Wer steht eigentlich hinter dem Festival?
Jeker: «Traffic Team» heisst unser Verein, der seit 15 Jahren Feste in der Region veranstaltet. Bei uns arbeiten alle ehrenamtlich. Sonst wäre so ein Festival gar nicht möglich.

Wie lautet euer Erfolgsrezept?
Jeker: Das Erfolgsrezept sind unsere Vereinsmitglieder. 95 Prozent stammen aus der Region. Wir haben jedes Jahr zwei bis drei neue Leute, die dazukommen. Unsere Mitglieder kommen aus allen möglichen Branchen: Es gibt Elektriker, Schreiner, ich selbst bin Banker. Wir können alle gut einsetzen.

Wie kam es zum Rock am Bärg?
Jeker: Mit Livebands haben wir vor vier Jahren angefangen. Aber das waren verglichen mit Rock am Bärg Wurst-und-Brot-Feste. Wir haben uns immer etwas gesteigert. Der Sprung zu einem grossen Festival kam vor zwei Jahren. Nach dem misslungenen Festival in Nunningen haben wir uns gesagt: «So, entweder wir hören ganz auf oder wir machen es richtig.» Und dann haben wir es richtig angepackt.

Wieso findet es in Büsserach statt?
Jeker: Unser Verein ist in Büsserach ansässig. Das Festival-Areal Schwalbennest kannten wir bereits. Es befindet sich an der Verbindungsstrasse zwischen Breitenbach und Balsthal und ist verkehrstechnisch optimal gelegen. Wir zahlen dem Bauer, dem das Gelände gehört, den Ertragsausfall, und es stimmt so für beide Seiten. Das Gelände ist toll, obwohl es eine Schlammschlacht wird, sollte es regnen.

Ist das Organisieren des Open Airs ein zeitaufwändiges Hobby?
Jeker: Ich hätte gar keine Zeit für ein anderes Hobby, denn die Vorbereitungen für das Festival laufen das ganze Jahr. Die meisten Mitglieder, die beim Auf- und Abbau dabei sind, haben zwei Wochen Ferien genommen. Jetzt machen wir eben hier auf dem Schwalbennest Ferien, wobei der Arbeitsalltag sehr intensiv ist. Dafür ist es abends gemütlich.

Was für Zukunftsziele haben Sie für Rock am Bärg?
Jeker: Wir wollen das Schwalbennest voll kriegen. Wenn wir mehr Besucher haben, werden wir die Bühne umdrehen. So könnten wir Platz für 8000 Leute pro Tag schaffen. Es ist mein persönliches und ehrgeiziges Ziel, in den nächsten drei Jahren so viele Besucher ans Rock am Bärg zu holen.