Granium-Märit
«First Yellow» wirds schwer haben

Wenn rund 15 000 Geranien den Bundesplatz schmücken, ist in Bern Granium-Märit. Gestern war es wieder soweit: Die 52. Auflage war ein Erfolg, wetter- und verkaufsmässig.

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Geranienmarkt
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Geranien Zukunft: Die Neuzüchtung First Yellow gibts 2010 zu kaufen.
Markt Bereit: Bernmobil liefert die Geranien gratis vor die Haustüre.

Geranienmarkt

Berner Rundschau

Bruno Utz

Der Granium-Märit ist der älteste und grösste der Schweiz. Neben Bern kennt einzig noch Basel eine ähnliche Veranstaltung. Was 1957 begonnen hat, erlebte gestern die 52. Auflage. Von 7.30 bis 15 Uhr bewunderten und kauften die Märitbesucherinnen und -besucher Geranien. «Ich habe zwei dunkelrote «Starlight Night» und eine weisse Geranie gepostet», sagte Marianne Pio (Bern). Ihr gefalle die gemütliche Stimmung und die einmalige Blumenpracht. «Es ist einfach jedesmal sehr schön», so Pio.
Bernmobil als Pöstler

Wer seine gekauften Pflanzen nicht selber nach Hause schleppen wollte, der liess sie von Bernmobil vor die Haustüre liefern. Gratis. «Wir machen das schon seit Jahrzehnten», sagt Urs Amstutz. Die Nachfrage sei auch heuer sehr rege. Profitieren könnten jeweils Kunden, die innerhalb des Bernmobil-Netzes wohnen. Bernmobil miete einige Büssli und stelle die Chauffeure aus den eigenen Reihen. «So halten wir die Kosten in Grenzen.»

Auf dem Bundesplatz hatte es gestern nicht nur eine Vielzahl von Verkaufsständen. Auch Gartenhilfsmittel und Tipps gehören zum Granium-Märit. Mit Pflanztipps wartete beispielsweise ein Team der Gartenbauschule Oeschberg auf. Benjamin Tschirren: «Das wichtigste ist eine gute Geranien-Erde mit mindestens 20 Prozent Ton-Anteil.» Letzterer stelle die Ernährung der Geranien sicher. Den ganzen Sommer durch regelmässig düngen, Wasser am Morgen, wenn die Erdoberfläche abgetrocknet ist, und immer wieder Verblühtes entfernen. Fertig. So gepflegte Geranien erfreuten das Auge bis in den November mit ihrer Blütenpracht.

Gut, dass das Wetter passt

Er merke nichts von Krise, die Verkäufe seien gut, sagte Samuel Hirschi von der Gärtnerei Augsburger AG in Schüpfen. «Es ist aber gut, dass das Wetter passt, würde es Regnen, so wäre das anders.» Auch Lukas Zurbuchen von der Stadtgärtnerei Bern lobt: «wir sind zufrieden».

Laut den beiden Marktfahrern waren vor allem rote Geranien in allen Nuancen gefragt. Auch die «Stadt Bern»? Längst nicht mehr so stark wie in früheren Jahren, war die Antwort. Diese Geranie sei etwas veraltet. Die vor drei Jahren als Nachfolgerin lancierte «Bernmobil» laufe ausgezeichnet. «Wir sind ausverkauft», sagte Zurbuchen mehre Stunden vor Märit-Ende.

Zemp ist Graniumkönig

Es gehört seit Jahren zur Tradition , dass am Granium-Märit der Graniumkönig beziehungsweise die -königin erkoren wird. Diesen Titel kann gewinnen, wer im Rahmen des Wettbewerbs «Bern in Blumen» von der Jury die höchste Punktzahl erhält. 2008 haben insgesamt 1326 Haushalte mit ihren Balkon- und Fensterdekorationen am Wettbewerb mitgemacht. Davon haben 34 die Maximalpunktzahl erhalten. Bei der gestrigen Auslosung wurde Rudolf Zemp als Sieger gezogen. Er erhält einen Betrag von 200 Franken. Mit je 100 Franken wurden Elisabeth Loup, Hedi Lehmann und Ursula Aebi für ihren Blumenschmuck belohnt. (uz)

«Gelbe» wird kaum ein Renner

Ob auch die heuer am Märit vorgestellte, aber erst 2010 erhältliche erste gelbe Geranie First Yellow ein Renner wird? «Das glaube ich kaum», antwortete Hirschi. Die Pflanzen werde eine zeitlang Kunden finden, dann aber wieder verschwinden, glaubt der Schüpfer.

Die Gelbe ist aber nicht das einzig Neue, das der den Granium-Märit jeweils organisierende Verein vorsieht. Laut Präsident Thomas Wullimann von der Gartenbauschule Oeschberg wird 2010 der Märit erstmals nicht mehr an einem Mittwoch «über den Bundesplatz gehen». «Wir probieren einen zweitägigen Märit aus.» Am Donnerstag, 6. Mai, wirds bis 21 Uhr sogar einen Abendverkauf geben. Fortgesetzt wird der Granium-Märit 2010 am Freitagmorgen. Mit dem gestrigen Märit war aber auch Wullimann zufrieden. «Das Echo war von allen Seiten gut.»

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