Literatur
Büchner-Preisträger Marcel Beyer – «Für ihn ist Sprache immer auch Erkundung»

Der deutsche Schriftsteller Marcel Beyer bekommt den renommierten Georg-Büchner-Preis.

Joachim Baier
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Wird Träger der wichtigsten literarischen Ehrung in Deutschland: Marcel Beyer.

Wird Träger der wichtigsten literarischen Ehrung in Deutschland: Marcel Beyer.

EPA

Marcel Beyer wird in diesem Jahr mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. Der mit 50 000 Euro dotierte Preis gilt als wichtigste literarische Ehrung in Deutschland. Der in Dresden lebende 50-Jährige sei ein Autor, «der das epische Panorama ebenso beherrscht wie die poetische Mikroskopie», begründete die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung am Dienstag in Darmstadt ihre Entscheidung. Die Verleihung des Preises ist am 5. November 2016 in Darmstadt vorgesehen. Der Suhrkamp Verlag gratulierte dem Preisträger, der unter anderem auch schon den Uwe-Johnson-Preis erhalten hatte.

Durchbruch mit «Flughunde»

Beyer, 1965 in Tailfingen in Baden-Württemberg geboren, ist einer breiten, auch internationalen Öffentlichkeit 1995 mit seinem Roman «Flughunde» bekannt geworden. Darin erzählt er vom Zweiten Weltkrieg, von der Instrumentalisierung der Sprache durch die Propaganda und von Experimenten mit menschlichen Stimmen. Es folgten die Lyrikbände «Falsches Futter» (1997) und «Erdkunde» (2002) sowie die Romane «Spione» (2000) und «Kaltenburg» (2008).

«Präzise Hingabe»

«Ob Gedicht oder Roman, zeitdiagnostischer Essay oder Opernlibretto, für Marcel Beyer ist Sprache immer auch Erkundung», teilte die Akademie gestern weiter mit. «Er widmet sich der Vergegenwärtigung deutscher Vergangenheit mit derselben präzisen Hingabe, mit der er die Welten der Tiere und Pflanzen erforscht.»

Im vergangenen Jahr war der Büchner-Preis an Rainald Goetz gegangen. Zu der langen Reihe der Geehrten zählen unter anderen auch Gottfried Benn (1951), Erich Kästner (1957), Heinrich Böll (1967), Friedrich Dürrenmatt (1986), Adolf Muschg (1994), Felicitas Hoppe (2012) und Sibylle Lewitscharoff (2013) sowie Jürgen Becker (2014).

Der Namensgeber der Auszeichnung, Georg Büchner, war deutscher Revolutionär und Dramatiker («Dantons Tod», «Woyzeck»). Der wegweisende Autor des 19. Jahrhunderts starb mit nur 23 Jahren am 19. Februar 1837 im Exil in Zürich an Typhus. (SDA)

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