Open-Air-Oper
Aus mit «Freibier für alle»

Nach 18 Vorstellungen feierte die Open-Air-Oper im Schloss Hallwyl Derniere.

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Open-Air-Oper Schloss Hallwyl

Open-Air-Oper Schloss Hallwyl

Aargauer Zeitung

Fritz Thut

Übermut tut selten gut, sagt der Volksmund. Und liegt hier falsch. Denn während der letzten Vorstellung von «Die verkaufte Braut» im Hof von Schloss Hallwyl war der Übermut der Mitwirkenden Ausdruck für die gute Laune, die während der ganzen Open-Air-Oper geherrscht hatte. Die Spässchen, die sich die teilweise von weit her angereisten Solisten während der Derniere erlaubten, zeigten, wie sehr sie die Zeit im Seetal genossen haben.

Diese Spielfreude übertrug sich auf das Publikum, das zum Schluss mehr mitging und am Schluss länger applaudierte als bei den meisten Vorstellungen davor. Rund 9000 Zuschauer wohnten den 18 Vorstellungen der dritten Freiluft-Opernproduktion in der Hallwyl bei, was in etwa den Erwartungen der Verantwortlichen entspricht. Dabei kann man etwelches Wetterglück geltend machen, denn ausser der Premiere, die tüchtig verregnet wurden, blieben alle andern Vorstellungen trocken, wobei die Aufführung vom 2. August wegen der klaren (Un-)Wetterprognosen früh um zwei Tage auf den trockenen Dienstag verschoben wurde.

Trotz dieser Trockenheit blieben mehr Sitze frei als vor drei Jahren bei «Die Schöne von Perth». Dies lag, so ergab eine erste Ursachenforschung, eher am spontanen und oft (zu) lange abwartenden Verhalten der Besucher denn am Gebotenen. Eine Oper, deren erste Worte «Freibier für alle» sind, kann nicht schlecht sein. Dies zeigen die mit grosser Mehrheit positiven Reaktionen. Stellvertretend sei Baudirektor Peter C. Beyeler erwähnt, der an der Derniere die Präsenz der Mitglieder der Aargauer Kantonsregierung bei der «Braut» komplettierte: «Eine wunderschöne Inszenierung mit sehr guten Sängern. Es hat mir sehr gefallen.»

Die ausgelassene Stimmung hielt bei der anschliessenden Dernieren-Feier natürlich an. Regisseur Peter Schweiger, zurück von einer Ferienreise nach Südengland, genoss die letzte Vorstellung inmitten der Zuschauer und hatte ein grosses Verständnis, dass seine Vorgaben hier für einmal nicht mehr so akribisch genau eingehalten wurden. Wie viele andere Hauptverantwortliche liess er sich in der kurzen Dankesrede von Trägervereinspräsidentin Esther Egger zum rundum gelungenen Gesamtkunstwerk «herzlich gratulieren». Die CVP-Nationalrätin vergass jedoch auch die zahlreichen Helfer im Hintergrund nicht: «Hier wurde als Team gearbeitet, und das konnte man deutlich spüren.»

Mit der Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen schloss Egger ihre Ansprache. Sie selbst dachte dabei an 2012 in Beibehaltung des bisherigen 3-Jahres-Rhythmus. Douglas Bostock, Dirigent des Aargauer Symphonie Orchesters und musikalischer Direktor der Oper, plädierte jedoch lautstark für die nächste Oper im Schloss Hallwyl bereits 2011. Dieses Ansinnen dürfte einmal mehr ein Wunschtraum bleiben.