Fraktionswahl

Eine Schlappe für Levrat

Der neue SP-Fraktionschef Roger Nordmann (r.) und sein Partei-Präsident Christain Levrat (l.)

Der neue SP-Fraktionschef Roger Nordmann (r.) und sein Partei-Präsident Christain Levrat (l.)

Roger Nordmann ist an der Spitze der SP-Fraktion gewählt worden. Der 42-jährige Waadtländer gilt als blitzgescheit. Mit ihm aber wählt die Fraktion vor allem einen Pragmatiker. Verlierer des Tages ist Christian Levrat.

Die Genossen sind einmal mehr für eine Überraschung gut. Nicht der als Favorit gehandelte Basler Nationalrat Beat Jans machte das Rennen. Nein, der neue SP-Fraktionschef heisst Roger Nordmann. Der 42-jährige Waadtländer gilt als blitzgescheit.

Mit ihm aber wählt die Fraktion vor allem einen Pragmatiker. Nordmann vertritt liberalere Positionen als etwa seine Gegenspielerin Barbara Gysi, die prononciert links politisiert und im Gewerkschaftsmilieu verankert ist. Die moderaten Parteimitglieder haben sich also zumindest bei dieser wichtigen Personalie durchgesetzt.

Für Nordmann spricht in der Tat einiges: Er ist ein gewiefter Stratege, der auch ausserhalb der Partei Allianzen schmiedet. Eine Eigenschaft, die im nach rechts gerutschten Nationalrat besonders gefragt sein wird. Will sich die SP mit ihren Positionen durchsetzen, muss sie um jeden Verbündeten kämpfen. Diesen Punkt gewichteten die SP-Fraktionsmitglieder offensichtlich höher als die Geschlechterfrage oder das Sprachenkriterium.

Verlierer des Tages ist Christian Levrat. Der Parteichef hatte im Vorfeld öffentlich für einen Deutschschweizer plädiert und damit die Sprachenfrage zum Hauptkriterium hochstilisiert. Obschon mehrheitlich deutschschweizerisch, ist ihm die Fraktion nicht gefolgt. Dass sich Levrat und Nordmann persönlich nicht besonders mögen, ist ein offenes Geheimnis. Können sie miteinander kutschieren? Angesichts der schwierigen politischen Ausgangslage haben sie gar keine andere Wahl.

jonas.schmid@azmedien.ch

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