Bischofssynode

Der Reformprozess ist nicht zu stoppen

An der Bischofsversammlung in Rom dürfte zwar durchaus hitzig diskutiert werden, aber insgesamt wird die Kirche im Dorf bleiben.

An der Bischofsversammlung in Rom dürfte zwar durchaus hitzig diskutiert werden, aber insgesamt wird die Kirche im Dorf bleiben.

Der Umgang mit Homosexuellen und wiederverheirateten Geschiedenen, Abtreibung und Verhütung: Die gestern eröffnete Bischofssynode wird sich mit heiklen Themen beschäftigen.

Der Umgang mit Homosexuellen und wiederverheirateten Geschiedenen, Abtreibung und Verhütung: Die gestern eröffnete Bischofssynode wird sich mit heiklen Themen beschäftigen.

Die Erwartungen sind enorm – im negativen wie im positiven Sinn. Während die Traditionalisten vor einem «Verrat am Evangelium» warnen, erhoffen sich Reformtheologen und Basisbewegungen eine möglichst weitgehende Anpassung der kirchlichen Lehre an die – ernüchternde – gesellschaftliche Realität bezüglich der Familie.

An der Bischofsversammlung dürfte zwar durchaus hitzig diskutiert werden, aber insgesamt wird die Kirche im Dorf bleiben. Will heissen: An der katholischen Lehre und an ihren Grundsätzen wird unter Franziskus nicht gerüttelt werden. Er sagte einmal: «Ich bin ein Sohn der Kirche, und die Ansichten der Kirche sind bekannt.» Diese lauten unter anderem: Die Ehe wird zwischen Mann und Frau geschlossen. Und: Sie ist unauflöslich. Beides hat Franziskus gestern in Erinnerung gerufen.

Die Revolution von Franziskus zielt nicht auf die Lehre, sondern auf die Herzen: Es geht ihm um Verständnis, Hilfe, Begleitung – um Barmherzigkeit. Angesichts der schwierigen Situationen, in denen sich viele Familien und Eheleute heute befinden, könne es die Kirche nicht mit dem Wiederholen der immer gleichen Regeln bewenden lassen.

Im Unterschied zur Lehre kann der Papst die Herzen seines Personals nicht per Dekret verändern. Die Einstellung, so die Überzeugung des Pontifex, kann nur im offenen Dialog beeinflusst werden, und das auch nur Schritt für Schritt. Zu diesem Zweck hat er gleich beide seiner bisherigen Synoden dem Thema Familienseelsorge gewidmet – vielleicht folgt auch noch eine dritte. Franziskus’ «Reform im Dialog» ist bereits unumkehrbar, unabhängig vom Ausgang dieser Synode.

ausland@azmedien.ch

Meistgesehen

Artboard 1