Pizza-Tour

Impressionen von der Königinnenetappe

Der tiefblaue Lago di Campotosto liegt zum Glück in einem Naturschutzpark

Der tiefblaue Lago di Campotosto liegt zum Glück in einem Naturschutzpark

Manchmal prägen die grossen, spektakulären Dinge den Tag – wie gestern der Campo Imperatore. Vielfach sind es jedoch die kleinen Schönheiten am Wegrand, die einem Tag ihre Würze geben. Heute war von beidem etwas dabei.

Dienstag, 28. August. Wenn man den gestrigen Tag mit dem Aufstieg zum höchsten Punkt der Italien-Tour am Campo Imperatore auf 1782 müM als «Königsetappe» bezeichnen will, dann fahren wir heute die «Königinnenetappe» - die, oder eine der schönsten Etappen der bisherigen Tour überhaupt. Heute hat einfach alles gestimmt. Das angenehm trockenwarme Sommerwetter, zwei schöne Aufstiege in der Morgenfrische, wunderbare Ausblicke in ständig wechselnde Bergpanoramas der Abbruzzen. Wacholder-Hecken üppig voll von blauen Beeren, dicht behangene Hagebuttensträucher, bei denen die Früchte ihre Farbe derzeit von gelb zu orange wechseln, Wegborte voller Blaudisteln - die Natur zeigt sich von ihrer schönsten Seite.

Kleinode am Wegrand

Ein besonderes Bild bieten immer wieder die Schaf- und Ziegenherden, die hier auch heute noch durchwegs von den schneeweissen Maremmen-Abbruzzen-Schäferhunden bewacht werden. Aber auch die Gruppe frei weidender Pferde auf der Hügelkuppe, die Kuhherde am Seeufer oder die hübsche Bergkapelle an der Passhöhe - wo man hin schaut, sieht man ein hübsches Kleinod. Das ist das Schöne am Radfahren - man hat Zeit zum Hinschauen.

Es lächelt der See, aber er ladet nicht zum Bade

Königinnen wollen gekrönt sein. Krönung des heutigen Tags ist eindeutig die lange Fahrt dem Ufer des Lago di Campotosto entlang. Sie beginnt mit einem eigentlichen «Vorhang-Auf-Effekt». Nach der letzten Kehre am Rand der Staumauer liegt auf einer Höhe von über 1300 Metern urplötzlich der 14 Quadratkilometer grosse, azurblaue See da: Umsäumt von Wäldern, Wiesen und blassgrauen Bergriesen im Hintergrund. Kein Schiff, kein Lärm, keine Badegäste, ein paar wenige Dörfer, eine feingliedrige, hochbeinige Brücke. Eine Idylle der besonderen Art!

Auch das «Krönungsmahl» in der Bar am Dorfplatz von Campotosto ist einmalig: Ein Sandwich mit der lokalen Spezialität «Mortadella di Campotosto» - eine hervorragend schmeckende Mischung aus Mortadella und Salami.

Keine Überraschung, aber vielleicht trotzdem ein krönender Abschluss des Tages wird das Nachtessen: Wir sind in Amatrice, da muss man Bucatini all'amatriciana bestellen!

Die Daten zur Königinnenetappe: 65 km, 763 Hm

PS: Ich habe Verständnis für alle, denen dieser Blog zu poetisch ist, aber an solchen Tagen ist es fast unmöglich, sachlich zu bleiben.

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