Persönlich

Yeah, Yeah, Yeah!

Die Frisur muss sitzen – in Coronazeiten ist das schwierig. (Symbolbild)

Die Frisur muss sitzen – in Coronazeiten ist das schwierig. (Symbolbild)

Bedenklich, dieser Blick in den Spiegel. Gestern Morgen habe ich mit der Schere einige aufstehende Haarsträhnen weggekickt. Meiner Coiffeuse würde es das Herz brechen. Aber es wächst und wächst da oben. Erstmals kommen Neidgefühle gegenüber Glatzköpfen auf. Eigentlich wäre er nötig. Der übliche Neunmillimeter- Cut mit der Dompteuse. Schnurr, schnutt, und in zehn Minuten wäre alles erledigt. Ich bin pflegeleicht.

Aber wenn das so weitergeht: Die nächste Stufe ist der Pilzkopf. Garantiert. Verkehrte Welt: Als Erstgymeler wollte ich 1968 mein Haupthaar auf Beatles-Kurs getrimmt haben, denn erste zarte Gedanken stiegen auf, wie es so sein könnte, als Womanizer. Doch nein: Papa bestand auf dem üblichen Bürstenschnitt. Damit war ich natürlich bei den Girls völlig unten durch. Nix mit «Yeah, Yeah, Yeah!».

In den frühen 70ern hatte ich meinen Kopf durchgesetzt. Die rote Mähne fiel nun seidig bis auf die Schultern. Dazu ebenso rote Koteletten, dazwischen ausrasiert, damit das kupferfarbene Bockbärtli auch schön zur Geltung kam. «Ersatz-Heiland» war mein Übername. Der US-Fussballer Lalas sah an der WM 1994 genauso aus. Nur noch wenige Wochen Lockdown, dann werde ich wieder so sein. Nur grau. Und ich gehe in der Verena- schlucht als «Ersatz-Einsiedler» durch. Darum: Es ist allerhöchste Zeit für einen – «Lock down».

wolfgang.wagmann@chmedia.ch

Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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