Kommentar

Weys Verzicht ist überraschend, aber auch verständlich

Martin Wey gibt sein Amt 2021 ab und will sich danach beruflich neu orientieren.

Martin Wey gibt sein Amt 2021 ab und will sich danach beruflich neu orientieren.

Martin Wey tritt nächstes Jahr nach acht Jahren als Oltner Stadtpräsident ab. Sein Verzicht auf eine weitere Legislatur kommt überraschend, obwohl es im politischen Olten in den vergangenen Wochen Gerüchte über seinen möglichen Abgang gegeben hat.

Wäre er nächstes Jahr Anfang März nochmals zu den Stadtratswahlen angetreten – mit notabene 58 Jahren – wären seine Chancen gut gestanden, wiedergewählt zu werden. Auch bei den Wahlen zum Stadtpräsidium, die in Olten ja erst nach den Wahlen in den Stadtrat angesetzt sind, weil ein Mitglied aus dem Gremium gewählt werden muss, hätte ihn ein möglicher Herausforderer zuerst einmal schlagen müssen.

In diesem Sinn ist ihm seine Entscheidung, nicht knapp bis zum ordentlichen Pensionsalter politisch tätig zu sein, hoch anzurechnen. Es wäre zumindest aus beruflicher, aber auch aus finanzieller Sicht – immerhin verdient der Oltner Stadtpräsident rund eine Viertelmillion Franken jährlich – der einfachere Weg gewesen.

Martin Wey will sich nach insgesamt 30 Jahren bei der Stadt Olten neu orientieren. Ob es dann eine musikalische Weiterbildung ist, wie er es sich derzeit gut vorstellen könnte, sei dahingestellt. Es zeigt aber, dass auch die heutige Generation kurz vor dem ordentlichen Rentenalter je länger desto mehr findet, dass man auch mit rund 60 Jahren Neues wagen kann und noch nicht alles gesehen hat. Und das ist nicht nur sympathisch, sondern auch verständlich.

fabian.muster@chmedia.ch

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