Es sind knackige Sprüche, mit denen Gemeinden im Internet ihre attraktive Lage bewerben: «Standortvorteil: die Nähe zur Kulturstadt Solothurn», steht da. «Wir profitieren von der nahegelegenen Kantonshauptstadt», oder auch: «Solothurn als kulturelles Zentrum ist bequem mit dem Velo erreichbar.» Dies postulieren ausgerechnet drei Gemeinden, in denen die finanziellen Beiträge an die gepriesene Kulturstadt Solothurn dieses Jahr umstritten waren.

Dabei haben sie ja recht: Die Stadt trägt mit ihrem Kultur- und Freizeitangebot wesentlich zur Attraktivität der Region Solothurn bei. Mit Erfolg hat die Regionalplanungsgruppe Espace Solothurn im vergangenen Jahr bei ihren Mitgliedergemeinden für ein neues, transparentes Finanzierungssystem geweibelt. Die meisten beteiligen sich in den nächsten vier Jahren verbindlich an den Kultursubventionen.

Dass die öffentliche Hand ihren Beitrag leistet, ist gerechtfertigt. Der grössere Teil der Nutzer und Besucher stammt aus den Regionsgemeinden. Umgekehrt ist es bei der Finanzierung. Die Stadt zahlt pro Kopf stolze 263 Franken an die Institutionen. Zuchwil immerhin 72 Franken. Bei den restlichen Gemeinden sind es im Schnitt gerade einmal 18 Franken.

Das ist umso irritierender, wenn man einen Satz wie den folgenden auf die Homepage schreibt: «Unsere Gemeinde profitiert vom vielfältigen Angebot Solothurns.» So wirbt eine jener Gemeinden, die sich nicht verbindlich beteiligen will. Doch wer sich so brüstet, der sollte zahlen. Denn Unglaubwürdigkeit ist mit Sicherheit kein Standortvorteil.