Stadtbummel Grenchen

Wenn der Sommer in die Ferien fährt, wirds richtig angenehm bei der Arbeit

Oliver Menge
Wenn die Kaltfront da ist, ist das Arbeiten angenehmer. (Symbolbild)

Wenn die Kaltfront da ist, ist das Arbeiten angenehmer. (Symbolbild)

Der heutige Stadtbummel dreht sich um die wechselhaften Temperaturen. Das Wetter spielt verrückt: Zuerst regnet es, dann ist es wieder tüppig und heiss.

Kaum sind die Ferien da, kommt eine Kaltfront aus Westen und es gibt fast Schnee bis in die Niederungen. Wie war das noch gleich letzte Woche??? Die ganze Stadt hat gestöhnt und geächzt über die aussergewöhnlich hohen Temperaturen – ausser vielleicht Chefbademeister Joss in der Badi: endlich Badegäste, und das nicht zu knapp.

Das Wetter spielt ja schon irgendwie verrückt: Zuerst regnet es in diesem Jahr so viel, dass einige sicher schon ernsthaft über den Bau einer eigenen Arche nachzudenken begannen, dann wird es von einem Tag auf den anderen unerträglich heiss und tüppig. Und kaum hat man sich an die Temperaturen gewöhnt, die Ventilatoren aus dem Keller geholt, damit man wenigstens im Büro einen einigermassen kühlen Kopf behält, Schweiss-absorbierende Outdoor-Kleider im Ausverkauf erstanden und montiert – schon ists vorbei mit dem Sommer. Der ist offenbar, wie viele andere Grenchner auch, jetzt in die Ferien gefahren. Dahin, wo die Sonne scheint.

Jetzt ist sie also da, die Kaltfront und beschert uns richtig angenehme Temperaturen – nicht, um in der Badi zu liegen, sondern, um zu arbeiten. Gut, lieber Leser, liebe Leserin, Sie sagen jetzt vielleicht «Was? Das nennt man Arbeit?» Es ist in der Tat eher ein Vergnügen, die anderen zu beschreiben, wie sie arbeiten. Wie zum Beispiel Stapi François Scheidegger, der sich auf die Runde mit dem Grünabfuhrwagen begab. So wie sein Gesichtsausdruck auf dem Foto aussieht, musste er entweder sehr grosse Bäume oder schwere Grassäcke schleppen. Oder das frühe Aufstehen in den Ferien bekam ihm nicht: selten einen so ernsten Stapi gesehen. Oder ist ihm etwa eine andere Laus über die Leber gelaufen? Haben sich Anwohner der Kapellstrasse bei ihm darüber beschwert, dass jetzt Strasse und Trottoirs an Stellen aufgerissen werden, die erst letztes Jahr frisch geteert wurden? Schliesslich ist der Stapi auch Baudirektor. Oder war er etwa in nervöser Vorahnung des Uhrencup-Spiels vom Mittwoch, für das im Vorfeld ja sooo viele Nerven nötig waren? Nein, so wie sein Gang zum Kaffeeautomaten im Werkhof verriet, war Stadtpräsident Scheidegger einfach nur müde.

Apropos Uhrencup: Schön, hat Fussball auf hohem Niveau wieder eine Stippvisite im Brühl gemacht. Viele Euro-liveübertragungsverwöhnte Fussballfans, die in den letzten Wochen noch nicht genug auf ihre Kosten gekommen sind, konnten das Feeling, wirklich «Live» dabei zu sein, im altehrwürdigen Stadion Brühl live erleben. Die Frage ist nur: Wie viele haben bei der zweifelhaften Szene in der 37. Minute nicht nach der Fernbedienung gesucht, um sich das Ganze im Replay und in Super-Slowmotion anzuschauen. War das jetzt ein Penalty oder war das keiner? Die Kicker jedenfalls konnten sich nicht beschweren: ideale Temperaturen für körperliche Aktivität. Nur der Sommer, der kriegt schon mal eine gelbe Karte. Die Rote nimmt er sich dann wieder selber, ganz bestimmt.

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