Die Anrainergemeinden im Perimeter der künftig neuen Brückenführung über die Aare haben, wie man so schön sagt, einen Pfosten gegen drohendes Unheil eingeschlagen. Sie lassen die kantonalen Stellen wissen, was für sie wo infrage kommt. Die Holzbrücke aus dem Jahr 1863 zwischen Fulenbach und Murgenthal ist nämlich in die Jahre gekommen und dem heutigen Verkehr nur noch bedingt gewachsen.

Und weil man mit einem Neubau keinesfalls Opfer eines bereits vor den Toren wartenden und stets dichter werdenden Schwerverkehrs werden will, ist für Murgenthal, Boningen, Fulenbach und Wolfwil nur eine Lösung möglich: die Verschiebung des Brückenstandorts Aare aufwärts sowie die Nutzung des Neubaus unter alten Vorzeichen: zweispurig zwar, aber gleiches Gewichtslimit und weiterhin kein Durchgang für Last- und Gesellschaftswagen. Fulenbach käme gar noch zum Handkuss einer Umfahrung, weil auch dort der stets zunehmende Verkehr Richtung Gäu am idyllischen Cachet des Dorfes nagt.

Dringen die Gemeinden mit ihrer Variantenwahl durch. Dann: Chapeau! Das Unheil wäre noch einmal verhindert und ein Aufatmen hörbar. Die Maxime «Wehret dem Unheil» hätte gesiegt. Aber es ist klar: Die vier Gemeinden sind mit Maximalforderungen ins Rennen gestiegen, um den Status quo halten zu können. Die eine oder andere Retusche wird man sich – bei Lichte betrachtet – wohl gefallen lassen müssen. Zeit, um solche zu verdauen, bleibt genügend. Denn zum Tragen kommt die anvisierte Lösung frühestens in 25 bis 30 Jahren. «Do goht no viel Wasser d Aare ab», sagt der Volksmund. 

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