Persönlich

Vom Barthuhn zum Brathuhn

Beim Appenzeller Barthuhn ist deutlich erkennbar, woher der Name kommt.

Beim Appenzeller Barthuhn ist deutlich erkennbar, woher der Name kommt.

Wer im Glashaus sitzt ... ja, ich weiss. Aber es gibt eben doch Perlen des Lokaljournalismus, die man nicht an sich vorbeiziehen lassen sollte, ohne sie zuvor sauber aufgereiht zu haben. Auch wenn man selber nicht davor gefeit ist, in vergleichbare Fettnäpfchen zu treten. Item, in einer Publikation, die über die Lokalschau des Kleintierzuchtvereins Obersontheim, in der Nähe von Schwäbisch Hall, berichtet hat, erschien jüngst eine Korrekturmeldung, die es in sich hat. Wörtlich heisst es da, in den Bericht hätten sich «bedauerlicherweise einige Fehler eingeschlichen», diese üblichen Dämmerungseinbrecher, wie anzunehmen ist, oder? Jedenfalls haperte es bei den Rassenamen für Geflügel, Kaninchen und Tauben ganz bedenklich.

So wurde aus dem Thüringer Barthuhn ein Tübinger Brathuhn, aus dem Farbenzwerg ein Taubenzwerg und aus der Luchstaube eine Lachtaube. Nun, das ist in der Tat unentschuldbar. Nicht besser machte die Sache, dass die Thüringer dieser Tage ohnehin arg gerupft wurden. Der neue Ministerpräsident hielt es gerade einmal einen Tag auf seinem Posten aus, ehe es ihn von der Stange haute.

Lokalkorrespondenten deshalb aufgepasst: Bitte bei Tierschauen stets die richtigen Rassenamen verwenden, sonst passieren unversehens Dinge, welche die halbe Republik auf den Kopf stellen! Wer sagt’s denn: Die Berichterstattung vor Ort ist wirkungsmächtiger als jede nationale Politrecherche.

balz.bruder@chmedia.ch

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Balz Bruder

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