Die Lage für exportorientierte Zulieferer im Bereich der Präzisionsindustrie ist schwierig. Sie sind einerseits vollständig vom Geschäftsverlauf ihrer Kunden abhängig. Denn sie beliefern nicht direkt die Endverbraucher und können so auf den Absatz der Endprodukte keinen Einfluss nehmen. Wenn die Konsumenten beispielsweise weniger Autos bestellen, werden auch weniger Teile und Komponenten benötigt.

Die Teile können noch so gut sein, kein Kunde wird deshalb beim Autohersteller ein neues Auto kaufen. Andererseits drückt der starke Franken massiv auf den Ertrag und somit auf die Marge.

So gesehen ist es nachvollziehbar, wenn Firmen wie die RCT Hydraulic Tooling AG in Balsthal versuchen, mit Auslagerungen der Produktion an günstigere ausländische Standorte die Kosten zu senken. Das ist ein Weg, um die bestehenden Arbeitsplätze in der Schweiz zu erhalten.

Kein Verständnis gibt es aber, wenn darunter die verbleibenden Mitarbeitenden direkt leiden müssen. Uns liegen Unterlagen von gekündigten und angestellten RCT-Beschäftigten vor, die seit Monaten auf ihre Löhne warten oder jeden Monat mit massiven Verzögerungen der Lohnauszahlung konfrontiert sind. Ohne eigenes Verschulden. Selbst Betreibungen gegen den Arbeitgeber fruchten nichts, die Geschäftsleitung wiegelt ab. Der Hinweis auf die schwierige wirtschaftliche Lage ist nicht stichhaltig, die Auszahlung der Löhne ist unantastbar. Die Vermutung liegt nahe, dass die Firmenleitung die Situation ausnutzt; der Angestellte sitzt in der gegenwärtigen Situation auf dem Arbeitsmarkt am kürzeren Hebel. Es ist ein unfaires, ja ein verwerfliches Spiel mit der Belegschaft.