Der Traum vom Fliegen ist fast so alt wie die Menschheit. Und da die wenigsten den Pilotenschein machen können, behilft man sich halt mit einem Modell, das einem wenigstens den Eindruck vermittelt, selber im Cockpit eines kleinen Fluggeräts zu sitzen.

Die meisten dieser Drohnen sind mit leistungsfähigen Kameras ausgerüstet, und die Hersteller werben damit, dass jedermann mit so einem Gerät seinen Urlaub in einen regelrechten Actionfilm verwandeln kann, unvergleichliche Aufnahmen realisieren und atemberaubende Szenen drehen kann.

Was aber von vielen potenziellen Käufern unterschätzt wird, sind die technischen Schwierigkeiten, die auftreten können – die auch von den Herstellern gerne verschwiegen oder heruntergespielt werden. Die Drohnen sind zwar mit ausgeklügelter Software ausgerüstet, die sie automatisch nach Hause bringen, Hindernissen ausweichen lassen, immer auf den Piloten am Boden ausgerichtet sind und so weiter.

Alles Systeme, die wie jeder Computer und jede Software ganz einfach aussteigen oder abstürzen können. Im besten Fall ist das Gerät im Eimer, weil es wie ein Stein vom Himmel fällt und dabei niemanden trifft. Im schlimmsten Fall hingegen verlässt das fliegende Geschoss den Einflussbereich des Steuergeräts am Boden und fliegt unkontrolliert auf und davon, solange der Akku Saft hat. Im Raum Zürich wurde vor zwei Jahren eine Drohne auf 30 000 Fuss gesichtet, in knapp 10 000 Metern Höhe. Dort also, wo Linienjets unterwegs sind.

Bisher kam es noch zu keinem ernsthaften Zwischenfall und die Wahrscheinlichkeit eines solchen ist vergleichsweise klein. Aber sie besteht.

Es wäre nun wünschenswert, dass sich der Verband der Drohnenpiloten zusammenrauft und aktiv wird. Denn nur so können vernünftige und auch umsetzbare Regeln und Verordnungen geschaffen werden. Wenn man die Sache nämlich allein dem Bazl überlässt, dann entstehen bestenfalls umfangreiche Verordnungen und Anforderungskataloge – das im Artikel erwähnte Dokument «Gallo» hat 62 Seiten –, die kein Drohnenpilot jemals erfüllen kann, also liefe es auf ein De-facto-Verbot hinaus.

Oder haben Sie schon mal von einer 700 Gramm schweren Drohne gehört, die ein eigenes Feuerlöschsystem an Bord hat? Das wäre eine «Gallo»-Voraussetzung. Und nicht zuletzt müssen sich auch die Drohnenpiloten darüber im Klaren sein, welches Risiko ihre Fluggeräte darstellen. Gehen sie verantwortungsvoll damit um, ohne Gesetze zu brechen und Regeln zu verletzen, ohne die Privatsphäre ihrer Mitmenschen zu tangieren oder sie gar gesundheitlich zu gefährden, kann man eventuell verhindern, dass dieses eigentlich spannende Hobby in der Schweiz ganz verboten wird.

Es wäre sicherlich auch von Vorteil, wenn Initiativen wie die des Flughafenchefs die beiden Seiten einander näher zu bringen und sich für die andere Sichtweise zu interessieren, aktiv unterstützt und umgesetzt würden. Dann kann es ein vernünftiges Nebeneinander geben.