Löblich, wenn sich der Gemeinderat Welschenrohr für den Erhalt der Raiffeisenbank einsetzt. Weil er deren Existenz durch die geplante Fusion der Raiffeisenbank Dünnerntal mit der Raiffeisenbank Mümliswil-Ramiswil und Holderbank in Gefahr sah, liess er sich zu einem offenen Brief an Raiffeisen Schweiz hinreissen. Darin kündigte er an, sich mit aller Kraft gegen diese Fusion zu wehren.

So weit, so gut, hätte der Rat nicht ausser Acht gelassen, dass die Entwicklung in der Bankenwelt auch ohne sein Zutun weiter voranschreiten wird. Leidtragende davon sind ältere Menschen, die ihre Bankgeschäfte noch am Schalter abwickeln. Sich für diese Kunden starkzumachen, ist nachvollziehbar. Deswegen aber gleich gegen die Fusion der beiden Banken zu sein, war weder weitsichtig noch angemessen, zumal es der Rat bis auf eines seiner Mitglieder verpasst hatte, am Raiffeisen-Informationsanlass mehr über die Fusion zu erfahren.

Zugutehalten muss man dem Gemeinderat, dass er nach der Präsentation der Fakten durch die Bank-Verantwortlichen auf seinen Beschluss zurückkam. Mit Blick auf die 2020 geplante Fusion mit der Raiffeisenbank Balsthal war dieser nachträglich gefasste Entscheid richtig. Er verschafft der aus der Raiffeisenbank Dünnerntal und der Raiffeisenbank Mümliswil-Ramiswil und Holderbank hervorgehenden neuen Bank eine bessere Position bei den Fusionsverhandlungen mit Balsthal. Die zwei Randregionen des Thals verfügen mit dieser neuen und grösseren Bank über eine stärkere Stimme, wenn es um die Verteilung der Macht geht. Alleine wären sie chancenlos.