Der geplante Windpark auf der Wisnerhöchi stösst schon seit Beginn 2012 auf Widerstand, gerade in den am meisten betroffenen Gemeinden Wisen und Hauenstein-Ifenthal. Die federführende Firma Trianel Suisse AG mit Sitz in Solothurn sah sich mit dem Vorwurf konfrontiert, Visualisierungen der Anlagen beschönigt zu haben (wir berichteten). Dass am Montag an der Gemeindeversammlung in Hauenstein-Ifenthal Projektleiterin Karin Rötheli verlauten liess, dass die Firma ihre Auflösung beschlossen hat, setzt der Geschichte die Krone auf.

Es begann mit der fragwürdigen Reaktion der Projektleiterin auf eine Visualisierung des Windparks, die drei empörte Wisner auf eigene Kosten in Auftrag gegeben hatten. Die Windräder wirkten darauf deutlich wuchtiger als in der Fotomontage der Trianel. «Unsere Visualisierung war keinesfalls professionell gemacht», so die erstaunliche Antwort Röthelis auf die Frage dieser Zeitung nach dem Grund für diese Differenz. Verlässlicher und professioneller wurden die Informationen seither nicht: Über die Höhe und die Standorte der vier geplanten Anlagen kann die Trianel immer noch keine genauen Aussagen machen.

Der Abschluss der laufenden Messungen von Windstärke und Fledermausbewegungen ist auf den Herbst in Aussicht gestellt, anschliessend muss das Projekt auf die Umweltverträglichkeit geprüft und im kantonalen Richtplan untergebracht werden. Erst dann soll die Detailplanung in Angriff genommen werden.

Enttäuschung also an der Gemeindeversammlung in Hauenstein-Ifenthal vom Montagabend, als Karin Rötheli über den geplanten Windpark informierte. Noch enttäuschender: Nun, wo das Projekt noch meilenweit von der Inbetriebnahme 2024 entfernt ist, beschlossen die Aktionäre der Trianel (wozu Energie Service Biel und das Elektrizitätswerk Davos gehören, die ebenfalls Teil des Projektkonsortiums sind), die Firma aufzulösen. Der Geschäftsführer sei bereits ausgetreten, sie selbst wechsle per Ende Monat zur Konkurrenz, so Rötheli. Prompt meldete sich in der Fragerunde ein überraschter Einwohner: «Ich finde das Vorgehen des Projektkonsortiums völlig daneben.»

Zwar verwies Rötheli auf zwei Vertreter der Partnerbetriebe IBB Energie AG in Brugg und der Energie Service Biel, die – jedenfalls bis zum Abschluss der Messungen im Herbst, wie sie sagte – die Leitung des Projekts übernehmen und als Ansprechpartner fungieren sollen. Doch zu einem solchen Projekt gehört das Gesicht, hier die Trianel, und dieses geht nun verloren. Das verunsichert die Bevölkerung in den betroffenen Gemeinden.

Widerstand gegen Projekte, die in das Landschaftsbild eingreifen, wird es immer geben. Das gilt nicht nur für den Kühlturm des Gösger Kernkraftwerks, sondern auch für erneuerbare Energie. Windräder verändern das Bild einer Region stark.

Gerade bei der Windenergie stellt sich aber die Frage, ob unsere Region wirklich für diese Form der Energieerzeugung geeignet ist. Vielleicht spielen hier die Verhältnisse eine Rolle: Während ein AKW – ohne hier die Vor- und Nachteile umfassend zu würdigen – für Hunderttausende von Haushalten Strom liefern kann, wären es beim Windpark auf der Wisnerhöchi gerade mal 3'800.

Dennoch: Im Kantonalen Richtplan sind fünf Gebiete für mögliche Windpärke mit erster Priorität aufgenommen, zwei mit zweiter Priorität (darunter die Wisnerhöchi). Das Projekt in Grenchen ist mit der Planung am weitesten fortgeschritten, in den anderen Gebieten harzt es aber.

Klar ist: Jede Firma, die einen Windpark realisieren will, muss die Zustimmung der Bevölkerung gewinnen können. Das ist nicht einfach. Dafür ist es entscheidend, umfassend und offen über Vorteile und Nachteile zu informieren und Befürchtungen und Ängste ernst zu nehmen. Das schafft ein Fundament aus Vertrauen. Mit den Pannen der letzten Wochen gelang das der Trianel nicht. Das zeigte auch die zunehmend angespannte Stimmung an der Information in Hauenstein-Ifenthal, die mit dem Schweigen Röthelis endete.

Es bleibt abzuwarten, wie es mit dem Projekt auf der Wisnerhöchi unter neuer Geschäftsführung weitergeht. Ganz gescheitert ist das Projekt noch nicht. Wenn die Zuständigen aber weiterhin das Fundament untergraben, ist es eine Frage der Zeit, bis die Windräder im Gegenwind endgültig umkippen.