Aus und vorbei. Auch Schwester Benedikta hat ihren Aufenthalt in der Klause in der Verenaschlucht abrupt beendet. Sie hat es noch weniger lange dort ausgehalten als die erste Einsiedlerin vor ihr. Nach der eher introvertierten Vorgängerin schien die Bürgergemeinde Solothurn diesmal eine bessere Wahl getroffen zu haben. Eine Frau mit Bodenhaftung und Lebenserfahrung, fröhlich und voller guter Absichten. Aber auch eine Frau, die sich bestimmt sah für diese Rolle und ihre Spiritualität leben wollte.

Sie konnte es nicht. Im verzweifelten Spagat zwischen den vielen Anspruchshaltungen zappelte sie, bis es nicht mehr ging. Zu vielen wollte es die Schwester recht machen, zu ernst nahm sie ihre Rolle. Einerseits wollte sie Distanz wahren, anderseits Nähe zulassen. Doch wer die Öffentlichkeit zeitweise aussperren will, sie aber gleichzeitig sucht, erntet zumindest Unverständnis. Zuletzt war es mehr, gar in schlimmster Form:unausgesprochene Kritik an ihrer Person.

Der Abgang von Schwester Benedikta ist daher keine Überraschung. Aber vielleicht die Kapitulation einer Idee. Dass eine Einsiedlerin an einem spirituellen und touristischen Ort ein erfülltes Leben führen kann.Das Verhältnis zu Gott ist im Stellenbeschrieb nicht genau definiert. «Spiritualität» wird zwar vorausgesetzt, aber den Gewählten überlassen. Die Nähe zu Gott allerdings im Rummel der Einsiedelei zu finden, ja nur zu erhalten, ist auch für eine lebensstarke Frau ein unrealistischer Wunschtraum. An den aber hat sich die Einsiedlerin zu lange geklammert. Vielleicht der Grund für die Bürgergemeinde, ihr idealistisches Traumbild von der Ikone in der Klause aufzugeben.