Es ist eine unendliche Geschichte, die sich in Subingen abspielt. Raubtierdompteur René Strickler hält seit Jahren mit seinen Tieren ein Grundstück besetzt, auf das der Eigentümer nicht zugreifen kann. Als verantwortungsvoller Tierhalter erweist sich nicht, wer so lange keine Lösung für seine Katzen findet.

Die Verantwortung tragen heute andere. Mit Werner Ballmer hat sich beim Raubtierpark ein Mann gefunden, der in Kürze Geld beschafft hat und mit dem Kauf der Siky Ranch erstmals eine greifbare Lösung in Aussicht stellt – auch wenn noch einiges in der Schwebe ist und ein bewilligtes Baugesuch aussteht.

Die grosse Verantwortung lastet aber seit Monaten auf dem Solothurner Oberamt. Es müsste irgendwann räumen lassen; die Gerichte haben das der Vollzugsbehörde schon vor fast anderthalb Jahren mit auf den Weg gegeben. Passiert ist nichts. Und so, wie es vom Amt tönt, soll bis im Frühling, wenn der Raubtierpark in Crémines vielleicht öffnet, auch nichts passieren.

Rechtfertigt eine absehbare Lösung (man kann auch nur darauf hoffen) ein erneutes Zuwarten? Wie lange darf der Staat ein Auge zudrücken? Wann hat der Bürger schlicht das Gefühl, dass der Staat wegsieht? Jahre nach der Mietkündigung, Monate nach dem definitiven Bundesgerichtsurteil muss der Landbesitzer noch immer darauf warten, dass sein Eigentum wieder ihm gehört. Der Staat hat mit seinem Gewaltmonopol nichts getan, um die Eigentumsgarantie des Besitzers zu garantieren. Es scheint, als ob die Raubtiere die Behörde zum zahnlosen Papiertiger gemacht haben.

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