Wangen bei Olten

Streit schadet am Ende auch der Gemeinde

Der Gemeinderat möchte den Pfefferli-Hof mit dem dazugehörigen Umschwung von rund 9000m2 kaufen. Der Kanton verlangt dafür eine Million Franken, wie Gemeindepräsidentin Daria Hof an der Gemeindeversammlung öffentlich machte.

Der Gemeinderat möchte den Pfefferli-Hof mit dem dazugehörigen Umschwung von rund 9000m2 kaufen. Der Kanton verlangt dafür eine Million Franken, wie Gemeindepräsidentin Daria Hof an der Gemeindeversammlung öffentlich machte.

In Wangen bei Olten tragen zwei Gemeinderatsmitglieder ihren Konflikt in aller Öffentlichkeit aus.

In Wangen bei Olten schwelt seit vergangenem Herbst ein Konflikt zwischen FDP-Gemeindepräsidentin Daria Hof und SVP-Gemeinderat Christian Riesen. Politische Meinungsverschiedenheiten zu einzelnen Geschäften sind zu einem persönlichen Streit herangewachsen, der in der Zwischenzeit auch die juristische Ebene erreicht hat. Heftige Vorwürfe werden hüben wie drüben erhoben. An der vergangenen Gemeindeversammlung am Montagabend wurden 100 Stimmberechtigte und ein paar Gäste Zeugen eines verkachelten Verhältnisses zwischen den beiden Ratsmitgliedern. Die Forderung mehrerer Versammlungsteilnehmer, den Streit doch intern zu regeln und gegen aussen als Gemeinschaft aufzutreten, quittierte die Mehrheit mit Applaus. Es ist zwar sicher löblich, nicht den Mantel des Schweigens über Konflikte zu legen. Doch: Werbung für ein Gemeinderatsmandat auf lokaler Ebene war das Verhalten der beiden Milizpolitiker am vergangenen Montagabend gleichwohl nicht.

Zumindest dies scheinen Daria Hof und Christian Riesen mittlerweile eingesehen zu haben. Nach der Versammlung schüttelten sie sich die Hände und hielten fest, einen Neuanfang zu versuchen. Und dieser muss gelingen. Denn mittlerweile hat der Konflikt nicht nur Spuren bei den beiden Gemeinderatsmitgliedern hinterlassen, sondern auch politische Konsequenzen – weil Geschäfte verschleppt werden. So ist etwa der vom Gemeinderat angestrebte Kauf des Areals Danzmatt nach über einem Jahr Verhandlungen mit dem Kanton noch nicht unter Dach und Fach. Dies zeigt: Der Streit schadet am Ende auch der Gemeinde.

fabian.muster@chmedia.ch

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