Der Flughafen Grenchen ist in vielerlei Hinsicht speziell. Einerseits ist er der Flugplatz mit den meisten Starts und Landungen aller Schweizer Flughäfen ohne Linienverkehr. Anderseits weist er eine Vielfalt des Flugbetriebs auf, die schweizweit, vielleicht sogar europaweit ihresgleichen sucht. Kaum sonst gibt es eine solche «Koexistenz» von Sportfliegerei (Motor- und Segelflug), Geschäftsfliegerei, Pilotenausbildung, Kunstflug, Helikopterbasis und Fallschirmspringern. Sogar die Modellflieger haben noch eine Piste. Diese Vielfalt ist nicht zuletzt ein Grund, warum das Flughafengelände, besonders an einem schönen Wochenende, ein attraktiver Publikumsmagnet ist. Nicht zu reden von Grossanlässen wie den Helidays oder den Modellflugtagen.

In Zeiten intensiver Flugbewegungen ist eine Koordination durch eine bemannte Luftverkehrskontrolle vor Ort deshalb unerlässlich für die Sicherheit aller Luftverkehrsteilnehmer. Doch es gibt auch viele Tage und Stunden im Jahr, wo auf dem Flughafen kaum Traffic herrscht. Eine Reduktion der teuren Fluglotsen-Präsenz ist unter diesen Bedingungen in Randzeiten sicher vertretbar, zumal technische Hilfen wie GPS inzwischen verbreitet sind.

Versuche sollen zeigen, was möglich ist. Es darf aber nie so weit kommen, dass die Sicherheit des vielfältigen Luftverkehrs unter den Sparrunden leidet. Grenchen muss eine attraktive Basis für alle aeronautischen Bedürfnisse bleiben. Umso mehr als die Politik bzw. der Landschaftsschutz der Weiterentwicklung des Flughafens enge Grenzen gesetzt haben.

andreas.toggweiler@azmedien.ch