April Mitte März. Dies meint, dass wir jetzt schon «Aprilwetter» haben: Noch vor zwei Tagen hat es in Solothurn leicht geschneit und die Bise hat manchen Velofahrer ohne Handschuhe erzittern lassen.

Gestern dann morgendlicher Nebel mit Reifbildung (ebenfalls schlecht für diejenigen, welche frühmorgens mit dem Velo unterwegs sind) und heute nun gefühlte
12 Grad mit leichtem Sonnenschein. Dass nun schon der März «macht, was er will», ist nichts Neues. Das «traditionelle Wetter» hat sich zeitlich verschoben und der Solothurner muss heutzutage mit allem rechnen. Spielen wir also durch, was passierte, wenn das Wetter ab morgen verrückt spielen würde.

Der Winter kommt. Angenommen, es würde noch einmal so richtig schneien. So richtig, dass Solothurn unter einer 5 Zentimeter dicken Schneedecke läge, nein, sagen wir lieber 20. Das Programm aller Kinderkrippen wäre nächste Woche Schneemann-Bauen und Schlitteln beim
«Glutzehübeli».

Das Kurhaus auf dem Weissenstein hätte noch einmal einen grossen Ansturm und die 800 Gäste, die dank dem gläsernen Neubau einst erwartet werden, würden auch so auf den Hausberg strömen. Der Schlittelspass bis nach Oberdorf wäre garantiert, ja man könnte sogar bis Langendorf oder Solothurn hinunterschlitteln, da die Weissensteinstrasse zugeschneit und daher auch für Autos gesperrt
wäre.

Der Sommer kommt. Angenommen, die Temperaturen stiegen auf 20 (also gefühlte 23) Grad. Der Frühling wird – auch das nichts Neues – übersprungen und es würde gleich ein sommerliches Gefühl einkehren. Die Badi müsste schon jetzt ihre Tore öffnen und manch einer sonnte sich in Badekleidung an der Aare.

Die Hafebar würde einen Monat früher – und nicht erst Mitte April – eröffnen. Und Bligg würde heute und morgen Abend nicht in der Kofmehlhalle, sondern openair singen. Ebenso träten morgen «THE C.A.P.» nicht im Pier 11 und «Bocc’aperta» nicht im «Kreuz» auf, sondern draussen unter freiem Himmel. Vielleicht auf der St.-Ursen-Treppe, vielleicht am Aareufer.

Ja, das alles wäre, wenn der April im März wäre. Ist er aber nicht. Im römischen Kalender war der «Aprilis» übrigens der zweite Monat im Jahr, weil mit dem Ende des Winters im März das neue landwirtschaftliche (aber auch militärische) Jahr begann. Also nehmen wir den Rest des Märzes so wie er kommt und der April kann dann machen, wie er will. Voilà.