Wenn man an einem neuen Arbeitsort ankommt, ist zunächst alles einmal ein bisschen fremd. Das geht mir nicht anders. Auch wenn ich Stadt und Kanton Solothurn aus unterschiedlichen Zusammenhängen schon etwas gekannt habe, als ich meine Tätigkeit bei dieser Zeitung vor knapp vier Wochen aufnahm. 

Auch wenn sich die Eindrücke in der Zwischenzeit nicht verflüchtigt, sondern eher noch verfestigt haben: Das Bild beginnt sich zu verfeinern. Die Konturen werden schärfer. Die Farben farbiger. Die Beziehungen durch die Kontakte mit den Menschen lebendiger.

Und seit ich an der Delegiertenversammlung der kantonalen FDP erstmals das Solothurnerlied mitgesungen habe – na ja, es war eher noch ein Summen –, habe ich das Gefühl, tatsächlich etwas angekommen zu sein. Wenn ich mir meine Aussensicht bewahre, weil ich eben doch kein Insider bin, dann ist das allerdings eine Befindlichkeit, die ich mir nicht nehmen lasse.

Zum Beispiel deshalb, weil die Binnenkonkurrenzen innerhalb des Kantons zwischen «oben» und «unten», zwischen Solothurn und Grenchen, zwischen Olten und Solothurn zwar durchaus ihren Charme haben und lustvoll kultiviert werden dürfen. Darob sollte allerdings nicht vergessen gehen, dass es letztlich immer um die Interessen dieses einen und einzigen Kantons geht. Aus diesem Grund ist Solothurn für mich auch nach einem Monat viel mehr als «nur» Solothurn. Weil der Kanton mehr als die Summe seiner Einzelteile ist.